Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Hetzjagd durch Heidenau: Polizei setzt Reizgas und Schlagstöcke ein
Region Mitteldeutschland Hetzjagd durch Heidenau: Polizei setzt Reizgas und Schlagstöcke ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:30 24.08.2015
Die Polizei ging mit Reizgas und Schlagstöcken gegen die Randalierer in der Stadt vor. Quelle: dpa
Leipzig/Heidenau

Leipzig/Heidenau. Den dritten Abend in Folge hat es in Heidenau Ausschreitungen gegeben. Nach zwei Nächten, die von Randalen geprägt waren, richtete die Polizei am Abend eine Sicherheitszone um die Asylbewerberunterkunft ein. In diesem Bereich – einem Umkreis von etwa einem Kilometer – können die Beamten anlasslos Personen kontrollieren und Platzverweise leichter erteilen. Etwa 250 Polizisten waren vor Ort. Zwei Wasserwerfer wurden aufgefahren.

Während den ganzen Abend bis in die Nacht hinein kleinere Gruppen aus dem rechten Spektrum durch Heidenau zogen, versammelten sich nahe der Notunterkunft zunächst etwa 50 Gegendemonstranten, die gegen Rassismus auf die Straße gingen. Die Polizei ließ sie gewähren. „Mit den Linken hatten wir in den letzten Tagen keine Probleme“, erklärte Polizeisprecher Marko Laske am frühen Abend. Da sei alles friedlich geblieben. In der Stadt waren vereinzelt Böllerwürfe zu hören.

Den dritten Abend in Folge kam es am Sonntag in Heidenau zu massiven Ausschreitungen. Die Polizei ging mit Härte gegen die Randalierer vor. (Bilder: Arno Burgi/dpa)

Gegen 22 Uhr stieß eine Gruppe von 200 bis 300 Personen aus dem Antifa-Spektrum zu dieser ersten Demonstration. Diese war vom Bahnhof gekommen. Auf dem Weg zur Demonstration gab es einen ersten Zusammenstoß mit etwa 30 Rechten. Gegen 22.30 Uhr eskalierte die Lage, als eine Gruppe von zunächst etwa 100 Personen die S 172 in Richtung Sportforum hinablief. In der Folge kam es zu mehren Zusammenstößen mit kleineren Gruppen von Rechten, die in Seitenstraßen standen. Augenzeugen berichten von wilden Schlägereien.

Die Polizei ging gegen die Randalierer mit großer Härte vor. Reizgas, Räumschilde und Schlagstöcke kamen zum Einsatz. Auch Unbeteiligte – so zum Beispiel ein Kamerateam – wurden durch Beamte abgedrängt. Es gab Verletzte. Gegen 23 Uhr hatten die Sicherheitskräfte die Lage unter Kontrolle. Die Gruppe aus dem Antifa-Spektrum wurde am Bahnhof in Züge Richtung Dresden gesetzt.

Unterdessen harrten 40 bis 50 friedliche Demonstranten vor der Asylunterkunft weiter aus. Rechte Protestierer bewegten sich am späten Abend in Kleingruppen durch die Stadt, so Beobachter vor Ort.

sl/joka/ H.H.

Die Ausschreitungen in Heidenau in der Samstagnacht richteten sich nicht nur gegen die Polizei. Wiederholt versuchten rechte Randalierer zu einer Gegendemo vorzudringen. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Valentin Lippmann war in der Nacht vor Ort. Gegenüber lvz.de schildert er seine Eindrücke.

23.08.2015

Nach den Krawallen vor dem Flüchtlingsheim Heidenau will die Polizei einen Sicherheitsbereich einrichten. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat die rassistischen Ausschreitungen verurteilt. "Das ist nicht unser Sachsen", sagte er.

23.08.2015

Sachsens neuer evangelischer Landesbischof, Carsten Rentzing, rät Lesben und Schwulen, ihre Sexualität nicht auszuleben. Homosexualität entspreche nicht dem Willen Gottes. Nach einem Medienbericht spricht er sich gegen eine Ehe für alle aus. Diese hätte vor dem "Wort der Bibel" keinen Bestand.

22.08.2015