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Mitteldeutschland Hilfspaket für Sachsens Schäfer geplant – Zahl der Tiere in den vergangenen Jahren halbiert
Region Mitteldeutschland Hilfspaket für Sachsens Schäfer geplant – Zahl der Tiere in den vergangenen Jahren halbiert
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15:03 29.07.2014
Harte Arbeit: Insgesamt gibt es nur noch 75.000 Schafe in Sachsen. Quelle: dpa
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Pratzschwitz

So können Schäfer fortan auf mehr Fläche als bisher Prämien für sogenannte Agrarumweltmaßnahmen erhalten.

Außerdem genießen sie künftig bei der Förderung von Investitionen Priorität. Die Pflege der Deiche soll noch mehr auf die Schäfer zugeschnitten werden und ihnen zusätzliche Einnahmen bringen. Eine bessere Hilfe gibt es ferner beim Schutz vor Wölfen. Hier steigen die Fördersätze für Zäune und andere Maßnahmen von 60 auf 80 Prozent, das Antragsverfahren wird einfacher. „Sicher kann nicht jeder Schäfer von allen Maßnahmen profitieren, aber für jeden ist etwas dabei“, sagte Kupfer und blieb optimistisch, dass die Tradition der Schäferei in Sachsen Bestand hat.

Die Entwicklung in den vergangenen Jahren verlief aber dramatisch. Nach Angaben Kupfers hat sich die Zahl der in Sachsen gehaltenen Schafe in den vergangenen zehn Jahren nahezu halbiert - auf mittlerweile 75.000. Während die Kosten für Schäfer steigen, stagnieren ihre Erlöse. „Viel Arbeit, wenig Geld“, lautet ein Leitspruch in der Branche. Mit Wolle lässt sich heute kein Geld mehr verdienen und auch das Lammfleisch ist nicht so begehrt. Die Deutschen essen zu wenig davon - im Schnitt nur ein Kilogramm pro Jahr. So sind die Schäfer heute vor allem als Landschaftspfleger gefragt - in erster Linie bei der Pflege von Deichen.

Bei Schäfern nennt man das den „goldenen Tritt“: Schafe halten nicht nur das Gras auf Maß, sondern verdichten auch den Boden, was beispielsweise für die Stabilisierung von Deichen wichtig ist. „Die Schäfer leisten wichtige Arbeit für die Gesellschaft, die vielen von uns nicht bewusst ist“, hob Kupfer hervor. Eine Studie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie soll jetzt unter anderem Möglichkeiten aufzeigen, wie die Schäfer durch weitere Standbeine ihre Einkommen langfristig verbessern können, beispielsweise durch Urlaub auf dem Bauernhof oder andere Dienstleistungen.

dpa

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