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Mitteldeutschland Himmelfahrt? Die meisten Sachsen feiern nur Männertag
Region Mitteldeutschland Himmelfahrt? Die meisten Sachsen feiern nur Männertag
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06:03 09.05.2018
Klingelstock, Hütchen und ein kühles Blondes in der Hand: So wie hier in Döbeln feiern viele Männer seit Jahren ihre Herrenpartie am Himmelfahrtstag. Quelle: Sven Bartsch
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Leipzig

Birkenzweig ans Rad, Zylinder auf und Bierfässchen verstaut: Am Donnerstag ist für man(n)che der wichtigste Feiertag des Jahres. Auch wenn bei einigen die Himmelfahrt bereits zum Mittag in der lauten Dorfkneipe endet statt im stillen Gebet auf der Kirchenbank. Im Osten ist laut einer aktuellen Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstitut Insa für knapp 60 Prozent zu Christi Himmelfahrt einzig und allein Männertag.

Nicht mal jeder Dritte kennt Apostelgeschichte zu Himmelfahrt

Die Befragung im Auftrag der evangelischen Nachrichtenagentur Idea zeigt: Vor allem die Sachsen und Thüringer haben kaum noch etwas mit dem biblischen Ursprung des Feiertags am Hut. Nicht mal jeder Dritte kennt hier die Apostelgeschichte zur Rückkehr von Jesus zum himmlischen Vater. 40 Tage lang war demnach Jesus nach seiner Auferstehung (Ostersonntag) mit den Jüngern zusammen, dann „wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen“ (Apg 1,9). Deshalb ist auch auf eines Verlass: Himmelfahrt fällt kalendarisch immer auf einen Donnerstag.

Besonders bibelfest sind Männer im Süden und in Berlin

Im Unterschied zu den Männern in Mitteldeutschland sind die Befragten im Südwesten bibelfester. So verbinden über 57 Prozent in Baden-Württemberg den Feiertag traditionsgemäß mit der Fahrt Jesu in den Himmel. Im Saarland sind es sogar knapp 64 Prozent. In Bayern (53 Prozent), Berlin (50,5 Prozent) und Niedersachsen (50,1 Prozent) sind es immerhin noch knapp über die Hälfte.

Christi Himmelfahrt – hier in einem kolorierten Kupferstich um 1625/27, Merian, Matthaeus d. Ae. (1593-1650). Seit dem vierten Jahrhundert feiern Christen 40 Tage nach Ostern das Fest Christi Himmelfahrt. Quelle: epd

Erster Mann im All als Grund für Himmelfahrt?

Eine ganz andere himmlische Erscheinung haben laut Insa-Umfrage dagegen einige Jungmänner: In der U-25-Altersgruppe glauben bundesweit tatsächlich acht Prozent, der Feiertag habe irgendetwas mit dem ersten Mann im All zu tun. Die Raumfahrt als Grund zur Rauschfahrt? Na dann, Prosit!

In der DDR lange Zeit kein arbeitsfreier Feiertag

Der Wandel zum bierseligen Herrentag kam übrigens erst im 19. Jahrhundert: Die Idee der erholsamen Herrenpartie setzte sich mit der fortschreitenden Industrialisierung immer mehr durch. Seit 1934 ist Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag in Deutschland; in der DDR allerdings nur bis 1966 und noch einmal 1990. In den Jahren dazwischen wurde oft Urlaub genommen – und als kleiner Protest trotzdem Männertag gefeiert.

Unwettergefahr mit heftigen Gewittern und Hagel

Doch auch alle, die statt frommen Kirchgang allein auf feuchtfröhliche Herrenpartie setzen, sei der Blick zum Himmel dringend empfohlen. Zwar wird es mit bis zu 27 Grad in der Region Leipzig sehr warm. Laut Dominik Jung von wetter.net drohen aber pünktlich zum Feiertag zum Teil heftige Gewitter. „Schon ab Mittwochabend brodelt es in der Atmosphäre. Am Donnerstag können die Gewitter dann teils unwetterartig ausfallen“,warnt Jung. Man könne zwar nie genau sagen, wo genau sich die Gewitter entladen. Aber wenn es kracht, dann kracht es richtig: Starkregen, Sturmböen und selbst Hagel sind mit von der Partie. „Darum an alle feiernden Väter die dringende Bitte: Immer den Blick nach oben haben“, sagt der Meteorologe. Die Gewittergefahr bestehe sowohl am Vormittag wie auch am Nachmittag.

Der erste Pfingsttrend: Kühles und durchwachsenes Wetter

Der erste ganz grobe Trend für Pfingsten (20./21. Mai) deutet auf wechselhafte Wettertage hin. „Die durchweg sonnigen Tage sind wohl erst einmal vorbei“, sagt Jung. Wirklich beständiges Wetter scheint sich nach aktuellem Stand nicht einstellen zu wollen. Demnach könnte es über Pfingsten recht durchwachsen werden – und das bei Werten, die am Tag meist zwischen 15 und 20 Grad kühler als jetzt ausfallen.

Folgt auf dem Maisommer der Regenmai?

„Derzeit sieht es nicht so als, als wenn sich in den nächsten 7 bis 10 Tagen ein neues stabiles Hoch – ähnlich dem aktuellen Hoch Quinlan – etablieren könnte. Das Wetter könnte nun tatsächlich umschlagen, vom Maisommer hin zum Regenmai“, so Experte Jung. Es ist gut möglich, dass nach den schönen April und den freundlichen ersten Maitagen die beständige Schönwetterlage erstmal eine längere Auszeit nimmt.

Von Olaf Majer

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