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News Hitzige Bildungsdebatte im Landtag: Sachsens neue Kultusministerin Kurth fordert mehr Lehrer

Hitzige Bildungsdebatte im Landtag: Sachsens neue Kultusministerin Kurth fordert mehr Lehrer

Eine Landtagsdebatte zur Bildung in Sachsen hat am Dienstag teilweise chaotische Zustände an Schulen offenbart. Viele von der Opposition vorgebrachten Vorwürfe wurden von der CDU/FDP-Koalition gar nicht mal bestritten.

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Sachsens neue Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) stellt Nachbesserungen am umstrittenen Bildungspaket in Aussicht. Ohne zusätzliches Geld und ohne zusätzliche Stellen werde es nicht funktionieren, sagte sie.

Quelle: dpa

Dresden. Selbst Vertreter von FDP und CDU sprachen offen Defizite an. Zugleich warnten sie wie die neue Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) davor, das sächsische Bildungswesen „schlecht zu reden“.

Kurth stellte Nachbesserungen am umstrittenen Bildungspaket in Aussicht. Ohne zusätzliches Geld und ohne zusätzliche Stellen werde es nicht funktionieren, sagte sie. Das Paket werde noch im April geschnürt. Bei einer von der SPD beantragten Nachbesserung des Paketes enthielt sich der frühere CDU-Kultusminister Roland Wöller der Stimme. Der Antrag fiel durch.

Bis zu 18 Prozent Unterrichtsausfall an Sachsens Schulen

Nach Angaben von Linken-Politikerin Cornelia Falken gibt es an Schulen vereinzelt bis zu 18 Prozent Unterrichtsausfall. Schulleiter seien angehalten, nur maximal 3 Prozent zu melden. Falken berichtete von Schülern, die bis zu einem halben Jahr keinen Unterricht in Mathematik, Physik, Geschichte oder Sport hätten. In Halbjahreszeugnissen seien in bestimmten Fächern keine Noten erteilt worden, weil es zu wenig Unterricht gegeben habe.

„Das Schönreden ist vorbei“, sagte Falken an die Adresse von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gerichtet. Er müsse die Verantwortung für das Dilemma übernehmen. Ex-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hielt der Regierung vor, lange über das Ausmaß der Misere gelogen zu haben.

Bereits zuvor war öffentlich geworden, dass Sachsen bei seiner Schulstatistik bisher erfindungsreich vorging. Demnach gilt es hier nicht als Unterrichtsausfall, wenn Lehrer fehlen und Schüler stattdessen mit Aufgaben nach Hause müssen. Auch eine Kürzung der regulären Stundentafel wirkt sich nicht aus. Von vornherein wird ein „planmäßiger Unterrichtsausfall“ eingerechnet - er lag zuletzt bei 2 Prozent.

Absicherung des neuen Schuljahrs genießt „absolute Priorität“

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Die hitzige Landtagsdebatte zur Bildung in Sachsen offenbarte teilweise chaotische Zustände an Schulen.

Quelle: dpa

Nach Angaben des Kultusministeriums fielen im Schuljahr 2010/2011 zudem 3,6 Prozent des Unterrichtes „außerplanmäßig“ aus. Kurth lud die Opposition dazu ein, im Sommer gemeinsam über eine Reform der Statistik nachzudenken. Jetzt müsse aber erstmal das neue Schuljahr abgesichert werden. Dies habe „absolute Priorität“.

Aus Frust über den Lehrermangel und fehlende Signale aus dem Finanzministerium, bei dem Problem umzusteuern, hatte der bisherige Kultusminister Wöller am 20. März das Handtuch geworfen. Selbst in den Reihen der CDU war von einer Regierungskrise die Rede. Am Dienstag dominierten Schuldzuweisungen die Debatte. CDU-Politiker Patrick Schreiber blieb optimistisch: „Wir werden dieses Problem meistern“, sagte er unter dem Beifall seiner Parteifreunde.

dpa

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