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Mitteldeutschland Höchster Krankenstand seit zwei Jahrzehnten in Thüringen
Region Mitteldeutschland Höchster Krankenstand seit zwei Jahrzehnten in Thüringen
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22:51 22.03.2018
Erkältung, Grippe, steifer Rücken: Der Krankenstand hat in den vergangenen Wochen Lücken in vielen Fabriken und Büros gerissen. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Erfurt

Die Zahl der Krankmeldungen in Thüringer Betrieben ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK Plus hervor. Demnach lag der Krankenstand 2017 bei 6 Prozent und damit um 0,2 Prozent höher als im Vorjahr; den niedrigsten gab es 2006 mit 4,3 Prozent.

Mehr als jede fünfte Krankschreibung betraf Atemwegserkrankungen (22 Prozent), in 15,2 Prozent der Fälle ging es um Muskel- und Skeletterkrankungen. «Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen die meisten Ausfalltage. Im Durchschnitt sind Betroffene zweieinhalb Wochen krankgeschrieben», sagte Heiko Müller, Fachberater im Bereich Gesundheitsförderung bei der AOK Plus.

Monotone Arbeiten, Beschäftigung in Zwangshaltung als Gründe

Gründe seien unter anderem monotone Arbeiten, Beschäftigung in Zwangshaltung - etwa in der Zulieferindustrie - und ständiges Sitzen, beispielsweise im Büro. Den höchsten Krankenstand verzeichnet 2017 erneut die öffentliche Verwaltung. Unter den Landkreisen lag Sonneberg mit 6,8 Prozent vorn, den niedrigsten Krankenstand mit 5,1 Prozent gab es erneut in Jena. «Psychische Erkrankungen nehmen seit Jahren zu. Das liegt aber auch daran, dass sie häufiger diagnostiziert werden als früher», erklärte Müller.

Aus Sicht der AOK hat der neue Höchststand bei den Krankschreibungen wahrscheinlich auch mit der wirtschaftlichen Situation zu tun. In den Krisenjahren habe es Tiefstände gegeben, die Arbeitnehmer seien da aber sicherlich nicht gesünder gewesen. «Womöglich wurden in diesen unsicheren Zeiten Krankheiten eher verschleppt. Leider ist das aber nur schwer nachweisbar.»

Daten von 447.206 Versicherten

Dem Gesundheitsbericht der Krankenkasse liegen Daten von 447.206 Versicherten zugrunde. Nach eigenen Angaben hat die AOK Plus in Thüringen einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Demnach seien die Daten des Gesundheitsreports für den Freistaat repräsentativ.

LVZ

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