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Hohe Haftstrafen nach Tod von Behindertem

Hohe Haftstrafen nach Tod von Behindertem

Für über Stunden anhaltende brutale Quälereien eines schwerbehinderten Zechkumpanen mit tödlichem Ausgang in Meerane (Landkreis Zwickau) müssen eine junge Mutter und ihr Ex-Freund hinter Gitter.

Zwickau. Das Landgericht Zwickau hat die 24-Jährige und den 31-Jährigen am Mittwoch zu fünfeinhalb sowie elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt - wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge.

Für den Mann ordnete die Schwurgerichtskammer zudem die Einweisung in eine Entziehungsanstalt an, teilte das Gericht mit. Er und die junge Frau waren wegen gemeinschaftlichen Totschlags angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft hatten sie das Opfer nach einem Zechgelage in der Nacht zum 1. April über Stunden hinweg traktiert und verletzt, bis sich der 47-Jährige nicht mehr bewegte. Fünf Tage danach waren sie nach Spanien geflüchtet, wo sie im Frühsommer festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert wurden. Die Mutter eines vierjährigen Kindes hatte bei der Polizei die Tat gestanden. Der arbeitslose Mann hatte erst zu Prozessbeginn am 25. November Tritte und Schläge zugegeben, eine alleinige Hauptschuld jedoch bestritten.

Laut Gericht habe sich der Tötungsvorsatz in der Verhandlung nicht erwiesen. Dafür fehle jegliches Motiv. Da auch eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei, sei die Kammer vom Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ ausgegangen. Dies habe bei der Frau zu einer Strafminderung geführt, bei dem 31-Jährigen nicht, da er „in erheblicher Weise“ wegen Gewaltdelikten vorbestraft sei. „Er wusste außerdem, dass er nach Alkoholgenuss zu Gewalttätigkeiten neigte“, so die Richter. Die „verhältnismäßig hoch erscheinenden“ Strafen begründete die Kammer mit dem „äußerst brutalen Vorgehen“.

Die Angeklagten hätten vor der Tat mit dem Kind und dem Opfer „in einer engen Symbiose“ zusammengelebt, für den Alkoholkranken eingekauft und mit ihm gezecht. Nach Angaben der 24-Jährigen waren sie dann zu viert unterwegs, wobei viel Alkohol floss und es dann zum Streit zwischen den Männern kam. In der Wohnung sei ihr Lebensgefährte handgreiflich geworden, sagte die Frau aus. Einer Ohrfeige folgen Schläge ins Gesicht, Tritte gegen Kopf und Körper, als das Opfer schon am Boden lag. Am Morgen habe „Zucki“ nicht mehr gelebt. Sie hätten die Leiche auf ein Sofa gelegt, in eine Decke gewickelt und die Wohnung verlassen. Der Tote war erst am 7. April gefunden worden - mit gebrochenen Rippen und Würgespuren am Hals.

Mit ihrem Urteil folgten die Richter teilweise dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die wegen gemeinschaftlichen Totschlags genau fünf Jahre und sechs Monate für die 24-Jährige, aber zehneinhalb Jahre für den 31-Jährigen beantragt hatte. Die Verteidiger hatten für die junge Frau zwei Jahre auf Bewährung und für den Mann nicht mehr als fünf Jahre Haft gefordert.

dpa

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