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Mitteldeutschland Hunderte Anwohner protestieren gegen Abladung von AKW-Schutt in Grumbach
Region Mitteldeutschland Hunderte Anwohner protestieren gegen Abladung von AKW-Schutt in Grumbach
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13:54 13.09.2014
Quelle: Julia Vollmer
Grumbach

Seit Dienstag lagert die erste Ladung Bauschutt aus dem stillgelegten niedersächsischen Atomkraftwerk Stade in der Gemeinde bei Kesselsdorf.

Die Deponie reicht bis auf wenige Meter an die ersten Wohnhäuser in Grumbach heran. Mit ihrer Demonstrationen wollen die Anwohner auf ihre Situation und auf die Gefahren, die von strahlenverseuchtem Schutt ausgeht, aufmerksam machen. „Wir fühlen uns von den Verantwortlichen der Firma Amand und den Behörden getäuscht und belogen“, so ein Anwohner.

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Die Fachleute der Umweltverwaltung hätten den Einwohnern versichert, dass von dem Abfall keine Gefahr ausgeht, doch daran wollen sie nicht glauben. „Seit Jahren wird uns nicht die Wahrheit von den Verantwortlichen gesagt. Erst hieß es, man wolle den Schutt nur in einem Erdlager ablagern, dann bekamen wir keine weiteren Informationen. Und nun wurde der Schutt am Dienstag einfach hergebracht“, beschwerte sich ein Grumbacher. „Wir wollen aber nicht einfach den Müll aus Niedersachen hier bei uns haben“, ärgern sich die Demonstranten.

„Ich als Mutter habe einfach Angst um die Zukunft meiner Kinder hier in der Gemeinde. Keiner weiß doch so genau, wie sich die Strahlung auf die Gesundheit auswirkt“, so Maria. Mit einem Demonstrationszug von der Dorfkirche bis zum Firmenstandort der Umwelttechnikfirma Amand wollten die Anwohner ein Zeichen des friedlichen Protestes setzen. Vier Einwohner trugen ein Holzkreuz von der Kirche bis vor die Firmentore. „Dieses Kreuz diente uns bereits 1989 als Zeichen des friedlichen Protests und soll es heute wieder tun. Wir nageln unsere Sorgen symbolisch an dieses Kreuz“, so der Gemeindepfarrer.

Die Bürgerinitiative „IG Keine Deponie am Tharandter Wald" machte ihrem Ärger während der Demo Luft. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen und belogen. Wir haben uns intensiv mit den Planungsunterlagen für die Deponie auseinander gesetzt“, so Sprecher Jens Heinze. Und weiter: „Nach Akteneinsicht kamen wir in der IG zu der Erkenntnis, dass die Genehmigung der jetzt betriebenen Deponie Ende der 90er Jahre wahrscheinlich rechtswidrig erteilt wurde.“

Mit den Protesten in den vergangenen Wochen hatten die Anwohner zumindest einen Teilerfolg erzielt. Statt 2.000 Tonnen wurden nur 700 Tonnen Schutt aus Stade in Grumbach endgelagert. Das Land Sachsen hatte der Entsorgung der AKW-Reste im Freistaat zugestimmt und versichert, die Radioaktivität des Schutts betrage weniger als 1/200 der natürlichen Umgebungsstrahlung von 2.100 Mikrosievert pro Jahr. Damit sei es ungefährlich, so die Behörden.

Julia Vollmer

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