Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland „Husche“ im Wüstensommer: Leipzig bekommt kleine Erfrischung
Region Mitteldeutschland „Husche“ im Wüstensommer: Leipzig bekommt kleine Erfrischung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 09.07.2018
Alles eitel Sonnenschein? Das Bild täuscht: Die Sonnenblumen, wie hier auf einem Feld an der B2 bei Bad Düben, stehen kleiner als sonst da, der Boden ist staubtrocken. Quelle: Olaf Majer
Leipzig.

Kühle, erfrischende Nächte und warme bis heiße Tage: So kennt man das Sommerwetter eigentlich nur in der Wüste, wie beispielsweise in der Sahara. Doch genau diese Wetterlage erleben wir seit Wochen auch in Deutschland. Der Wüstensommer hat weite Teile des Landes fest im Griff. Urlauber und Ferienkinder freuen sich über Sonne satt, Landwirte und Kleingärtner stöhnen und kommen mit dem Bewässern kaum nach.

Kurze Abkühlung auf unter 20 Grad

Jetzt aber kommt tatsächlich mal etwas Bewegung in die Wetterküche: Tief Gislinde regiert ab Dienstag für mindestens drei Tage und hat neben einer spürbaren Abkühlung auch etwas Regen mit im Gepäck. „Mit Gislinde wird es vorübergehend deutlich kälter. Stellenweise sinken die Tageswerte auf unter 20 Grad, doch schon in der zweiten Wochenhälfte werden erneut Spitzenwerte von 30 Grad und mehr erreicht“, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Tief Gislinde vertreibt ab Dienstag den Hochsommer aus Deutschland. Quelle: WETTERNET GmbHWETTERNET GmbH

In Leipzig nur fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter

Zuvor soll aber tatsächlich der sehnsüchtig erwartete Regen fallen. „Der besonders trockene Osten und Nordosten kann sich am Dienstag, Mittwoch und auch noch am Donnerstag auf Niederschläge freuen. Allerdings wird es für einige Pflanzenkulturen wiederum deutlich zu spät kommen, denn sie sind bereits vertrocknet“, sagt Jung. Wie viel Regen genau fällt, müsse man noch abwarten. „Verbreitet sind aber 20 bis 40 Liter möglich, stellenweise sogar bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspannt natürlich auch etwas die Waldbrandgefahr.“ Faustregel: Je weiter Richtung polnische Grenze, desto mehr Regen fällt. Für den Raum Leipzig erwartet Jung dagegen insgesamt nur eine „Husche“: „Wenn es gut läuft, dann sind fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter drin.“ Viel ist das nicht, und spätestens am Wochenende wird das mit der neuen Sommerhitze wohl auch wieder verbraten.

Im Raum Berlin kann es in den nächsten Quelle: Olaf Majer

Große Hitzewelle bis 38 Grad verschont uns noch

Immerhin: Der ebenfalls sehr trockene Westen bekommt von dem Niederschlag fast gar nichts ab. Dort geht es meist trocken weiter. Und: Die ganz große Hitzewelle mit Werten bis 38 Grad, die US-Wettermodelle schon mehrfach für Deutschland prognostiziert haben, verschont uns bislang auch noch. „Schuld“ an der seit Wochen sommerlichen Witterung ist die eingefahrene Wetterlage. Ein kräftiges Hoch über Nordeuropa hält meist alle Tiefausläufer fern. „Ab und zu mogeln sich mal ein paar Höhentiefs darunter und die bringen dann mal Schauer und Gewitter oder ganz lokal auch mal kräftigen Regen. Sonst tut sich bei der Wetterlage aber recht wenig“, erklärt Wettermann Jung.

Im letzten Jahr nervte der Regen-Juli

Trotzdem ist das Jammern auf hohem Niveau: Im letzten Jahr vermieste uns der Regen-Juli den Sommer-Spaß. Damals fielen fast 170 Prozent der üblichen Regenmengen, die normal in einem Juli fallen. Meteorologe Jung: „Es war vor einem Jahr extrem zu nass. Rund um Oranienburg bei Berlin gab es im vergangenen Sommer sogar eine Tagessumme von über 250 Litern Regen pro Quadratmeter. Von einem solchen Regensommer sind wie in diesem Jahr meilenweit entfernt.“

Von Olaf Majer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eimerweise Bewerbungen? Davon kann so manche Firma im Osten nur träumen. Viele haben Probleme, geeignete Kandidaten zu finden. Bewerber müssen vor allem eins mitbringen.

09.07.2018

Bei ihren Ermittlungen in den linken Subkulturen Leipzigs ließ die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft zuletzt 25 Ultras der BSG Chemie Leipzig überwachen. Dabei wurden wieder hunderte Telefonanschlüsse – auch von unbeteiligten Dritten – belauscht.

09.07.2018

Wichtiger Zwischenschritt zur Vollendung der A 143: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat einen Eilantrag eines Unternehmens im Saalekreis gegen die Baugenehmigung abgelehnt. Ein endgültiges Urteil wird im Mai 2019 erwartet.

09.07.2018