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Mitteldeutschland „Ich will wild“: Martin Dulig steigt ins schnelle Boot
Region Mitteldeutschland „Ich will wild“: Martin Dulig steigt ins schnelle Boot
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22:25 30.07.2018
Zwei Minister in einem Boot: Martin Dulig und Petra Köpping trotzen im Wildwasserkanal in der ersten Reihe den Wellen, die ihnen ins Gesicht schlagen. Quelle: André Kempner
Markkleeerg

Martin Dulig, stellvertretender Ministerpräsident Sachsens sowie Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sorgte gestern bei seiner Sommerreise von Dresden über Leipzig ins Neuseenland für sonnige Abwechslung und Abkühlung in seinem Politiker-Alltag. Statt Sitzungsmarathons stand eine Rafting-Tour im Kanupark Markkleeberg auf dem Programm.

Ins Schwitzen kam dabei lediglich die Meute der Journalisten, die sich an seine Fersen geheftet hatte, während Dulig mit seiner Armada an Mitstreitern zur eigenen und zur Gaudi der Umstehenden seinem Namensvetter Martin Warg das Kommando überließ. „Ich will wild“, hatte er gerufen, als Warg zwei Boote einteilte, eines für Draufgänger, eines für eher weniger wilde Hasenherzen.

Der Guide ließ den Politiker zur Rettungsübung hinknien, sitzen und ins Wasser springen, klaglos befolgte der alle Anweisungen. Schon bei den Vorbereitungen war klar: Da bleibt kein Platz für Eitelkeiten. Weder der hautenge Neoprenanzug noch die dicke Schwimmweste schmeicheln der Figur, unter den Helmen und im Wasser überlebten weder Föhnfrisuren noch Make-up. Das Jauchzen und Kreischen unterschied sich wenig von dem der Kinder, die zuvor ihre Runden gedreht hatten. Duligs Fazit: „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht.“ Bürgermeisterin Jana Thomas hatte ihn zuvor auf die Überschneidungen in der Nutzung des Kanuparks für nationale und internationale Wettkampfstädte sowie fürs Freizeitvergnügen aufmerksam gemacht. Es gebe inzwischen Engpässe, weshalb man ein zusätzliches Mehrzeckgebäude plane. Stark beeindruckt zeigte Dulig sich von den Nutzerzahlen, die von 9 000 im Jahr 2007 auf aktuell 23 700 jährlich gestiegen sind. Die Besucherzahlen haben sich in den letzten zehn Jahren von 200 000 auf 450 000 mehr als verdoppelt.

„Das Neuseenland hat eine fantastische Entwicklung genommen“, betonte er. Obwohl der Prozess längst nicht abgeschlossen sei. Tourismus sei nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern ein wesentliches Element der Gemeindeentwicklungen und Standortwerbung. „Wer hierher kommt, findet eine große Vielfalt, Ruhe oder Aktion, Kultur und Städtereisen“, warb Dulig für Sachsen und die Region. Da die Infrastruktur ein wesentlicher Faktor der Attraktivität sei, für Touristen als auch für Städter, die einfach mal ins Grüne wollten, reiste er selber mit dem Zug aus Dresden an. In Leipzig stieg er in die S-Bahn, am Haltepunkt Markkleeberg Nord in den Bus, der ihn direkt vor die Tore des Wildwasservergnügens gebracht hatte. Alles lief glatt. „Bisher habe ich nichts zu meckern“, befand er.

„Das war cool, das kann man nur empfehlen“, freute sich Gesine Sommer nach erfrischenden wie anstrengenden Runden im sprudelnden Wasser. Sie brachte in Vertretung von Landrat Henry Graichen Rafting-Erfahrung mit. „Ich saß schon zur Eröffnung 2007 in einem Boot, damals noch ohne Guide.“ Petra Köpping, sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration hatte zwar ebenfalls Spaß, stieg aber nach drei Runden aus. Sie stellte sich zum ersten Mal der Herausforderung „obwohl ich schon mindestens vier Gutscheine dafür hatte“.

Köpping erinnerte sich vor der prächtigen Kulisse des Sees an die Anfänge des Kommunalen Forums Südraum Leipzig, das sich mit allen beteiligten Kommunen dafür einsetzt habe, dass sich aus den ehemaligen Tagebauen mehr entwickele, als nur Wasserlöcher. Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) holte den Tross um den Minister mit dem Rad ab, um in Richtung des Ferienressorts Lagovida zu strampeln. Sie hatte ein großes Paket an Informationen geschnürt, dass sie zwischen Vineta-Bistro, Kaffeetafel und der Gesprächsrunde beim gemeinsamen Grillabend nach und nach aufknüpfte. „Wir zeigen Dulig den Störmthaler See, erklären den Gewässerverbund und stellen unsere Investitionen vor, dann erzählen wir, wo wir und unsere Unternehmer noch Hilfe brauchen“, hatte sie sich vorgenommen.

Von Gislinde Redepenning

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