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Immer mehr Eltern setzen auf private Einrichtungen

Immer mehr Eltern in Sachsen schicken ihre Kinder in private Kindergärten und Schulen und sind bereit, dafür viel Geld auszugeben. Die Angebote sind vielfältig - sie reichen vom Englischunterricht für Kleinkinder bis hin zu Yoga, Arabisch- und Chinesischkursen.

Dresden. Nach Angaben des statistischen Landesamtes gab es 1995 in Sachsen gerade einmal 28 Schulen in freier Trägerschaft. Mittlerweile ist die Zahl auf 156 angestiegen. Tendenz steigend. Rund 21.000 Schüler suchen derzeit eine nicht-staatliche Schule auf.

Schon die Kleinsten kommen in der Dresdner „Villa für Kinder“ unter: Babys ab acht Wochen sind willkommen, auch am Wochenende und nachts stehen den Kleinen Betreuer zur Seite. Pro Monat zahlen die Eltern im Schnitt 500 Euro. Dafür erhalten die Kleinen ein umfassendes Angebot: Ab drei Jahren Englischunterricht bei einer Muttersprachlerin, Entspannung im hauseigenen Wellnessbereich samt Sauna sowie verschiedene Sport- und Tanzkurse. Rund 50 Kinder werden derzeit betreut. „Wir sind eine kleine Einrichtung, die Kinder sollen sich hier wohlfühlen“, sagt Geschäftsführerin Antje Hennig.

An den BIP-Kreativitätsschulen werden die Kinder auf Berufe wie Manager oder Wissenschaftler vorbereitet. Mittlerweile gibt es in Leipzig, Dresden und Chemnitz sowohl Kindergärten als auch Grundschulen nach dem gleichen Konzept. „Kinder sollen ihre Potenziale voll ausschöpfen“, erklärt die Leiterin der Chemnitzer BIP-Schule, Jeanette Thurner. Zwar orientiere man sich an den Lehrplänen, darüber hinaus werden die Kinder kreativ gefördert: In Schach- und Computerkursen, beim Gedichte-Schreiben, Musizieren und Gestalten. Von der ersten Klasse an stehen zudem drei Fremdsprachen auf dem Programm - Englisch, Französisch und Arabisch.

Wählen können die Kinder nicht, in der Ganztagsschule absolvieren sie das gesamte Programm. „Wir achten aber darauf, dass es nicht zu stressig wird“, hieß es. In den Pausen können die Kleinen an der frischen Luft toben oder entspannen. Zwei Lehrer pro Klasse sorgen zudem dafür, dass die Kinder im Unterricht individuell betreut werden. Kosten pro Monat: Rund 360 Euro.

Rund 570 Schüler aus insgesamt 50 Nationen lernen gemeinsam an der International School in Leipzig. Die Hälfte der Kinder stammen aus Leipzig und Umgebung, die anderen kommen aus allen Teilen Welt, darunter USA, Großbritannien, Frankreich aber auch Albanien oder Aserbaidschan. „Unser wichtigstes Anliegen ist es, dass die Kinder offene Weltbürger werden“, erklärt Sprecherin Daria Madej. Der Grundstein wird bereits in der ersten Klasse gelegt: Der Unterricht findet ausschließlich auf Englisch statt. Wer zu Beginn Probleme hat, bekommt Nachhilfeunterricht. Erst ab der sechsten Klasse müssen die Kinder eine Aufnahmeprüfung ablegen.

Zwischen 450 und 750 Euro kostet ein Schulbesuch an der internationalen Einrichtung pro Monat - abhängig vom Einkommen der Eltern. Eine Förderung durch Stadt und Land ist möglich, dann kann der Betrag auf bis zu 120 Euro sinken.

dpa

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