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Mitteldeutschland Immer mehr Kinder gelten in Sachsen als lernbehindert - Experten rätseln über Ursache
Region Mitteldeutschland Immer mehr Kinder gelten in Sachsen als lernbehindert - Experten rätseln über Ursache
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14:44 17.03.2011
In Sachsen werden immer mehr Kinder als lernbehindert eingestuft. Demnach stieg der Anteil der Erst- bis Zehntklässler mit besonderem Förderbedarf zwischen 1999 und 2008 in Sachsen um 41 Prozent. Quelle: André Kempner
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Dresden

Die Grünen im sächsischen Landtag hatten die Studie in Auftrag gegeben.   

Demnach stieg der Anteil der Erst- bis Zehntklässler mit besonderem Förderbedarf zwischen 1999 und 2008 in Sachsen um 41 Prozent, nämlich von 5,5 auf 8,3 Prozent. Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil 2008 lediglich bei sechs Prozent. „Eigentlich müsste die Förderquote in Sachsen eher unterdurchschnittlich sein“, sagte Preuss-Lausitz. Kinder mit ausländischen Wurzeln gebe es in ostdeutschen Bundesländern kaum. Sie hätten in der Regel einen besonders hohen Förderbedarf.   

„Es muss also mit den lokalen Bedingungen zusammenhängen“, vermutete Preuss-Lausitz. Möglicherweise hielten sächsische Pädagogen eine besondere Förderung früher für nötig als andere. Der Experte führte dies auch auf die „DDR-Erfahrung“ der Sachsen zurück. „Viele Eltern haben in der DDR eine starke Ausgrenzung erfahren und haben nach der Wende dafür gesorgt, dass ihre Kinder eine ganz positive Förderung erhalten“, sagte Grünen-Sozialexpertin Elke Herrmann.    

2009 verließen in Sachsen jedoch 84,3 Prozent der Kinder die Förderschule ohne Abschluss. Weitere 13,7 Prozent schafften lediglich den Hauptschulabschluss. Da selbst rein körperlich behinderte Kinder nicht gut abschnitten, sei offensichtlich die Lernsituation nicht motivierend genug, meinte der Experte. Er sprach sich daher dafür aus, lernbehinderte Kinder verstärkt in den normalen Unterricht zu integrieren.   

Preuss-Lausitz empfahl, einen Teil der Förderschulen auslaufen zu lassen und die Lehrer in bestehende Schulen zu übernehmen. Gerade im ländlichen Raum könnten Förderschulen bei dem derzeitigen Geburtenrückgang nicht mehr gefüllt werden. Studien aus anderen Ländern hätten gezeigt, dass sich gemeinsames Lernen mit gesunden Kindern positiv auf behinderte Schüler auswirke.

dpa

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