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Mitteldeutschland Immer mehr Schmuggelzigaretten und illegale Waffen gegen Migranten
Region Mitteldeutschland Immer mehr Schmuggelzigaretten und illegale Waffen gegen Migranten
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22:57 02.05.2018
2017 wurden weniger Zigaretten aus dem Verkehr gezogen, doch es bleibt für die Ermittler weiterhin relevant. (Archivbild) Quelle: dpa
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Dresden

Drogen, Böller, Elfenbein –  reichlich 1200 Ermittlungsverfahren (2016: 1316) hat das Zollfahndungsamt Dresden im vergangenen Jahr gegen 1539 Tatverdächtige eingeleitet. Dabei deckten die 280 für weite Teile Sachsens und Thüringens zuständigen Fahnder Steuerhinterziehungen von rund 12 Millionen Euro auf, das war ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. In abgeschlossenen Ermittlungsverfahren sprachen Gerichte Freiheitsstrafen von insgesamt 284 Jahren aus. Hier einige Schlaglichter:

Weniger Drogen und Zigaretten geschmuggelt

Drogen: Im Kampf gegen den internationalen Rauschgiftschmuggel konnten 2017 insgesamt 386 Kilogramm Betäubungsmittel aus dem Verkehr gezogen werden, rund 80 Kilogramm weniger als 2016. „Dazu kommen allerdings noch mehr als 3.000 sichergestellte Ecstacypillen und 8.300 LSD-Trips“, erklärte Behördensprecher Eberhard Thiedmann (64). Besonders der Crystal-Schmuggel über die tschechische und polnische Grenze nach Sachsen stand im Fokus einer Gemeinsamen Ermittlungsgruppe in Sachsen und Thüringen. So wurden im August 2017 in Görlitz 900 Gramm Crystal kurz nach ihrer Einfuhr aus Polen sichergestellt. Und im Oktober 2017 in Leipzig wurden 15 Kilogramm an Betäubungsmitteln beschlagnahmt, davon sieben Kilogramm Crystal.

Zigarettenschmuggel: Unversteuerte Zigaretten wurden im Vorjahr mit knapp 1,7 Millionen Stück nur halb so viele aus dem Verkehr gezogen wie 2016. Thiedmann begründete das damit, „dass es kaum noch Aufgriffe mit Großtransportern gab“. Dennoch zeige „der überdurchschnittliche Anstieg der Anzahl von Schmuggelzigaretten aus Ermittlungsverfahren  um ein Viertel auf 40,2 Millionen Stück, dass diese Form der Kriminalität weiter ein große Rolle spielt“. Zigarettenhehler nutzten zunehmend Soziale Medien für den Absatz der Schmuggelware.

Energiesteuer: Durch deutsche Mineralölhersteller wurden den Fahndern zufolge im internationalen Handel „Energiesteuern im erheblichen Umfang hinterzogen“. Einem regionalen Mineralölhersteller konnte durch die Dresdner Behörde und die zuständige Steuerfahndung die Hinterziehung von 58 Millionen Euro Energiesteuer und mehr als 13 Millionen Euro Umsatzsteuer nachgewiesen werden.

Anstieg beim Schmuggel von Waffen und Feuerwerk

Waffen: Der Anstieg der scharfen Waffen von einem Exemplar 2016 auf 30 im Vorjahr sichergestellte Waffen hänge vorrangig mit Verfahren gegen Personen zusammen, die im Internet Waffen beim inzwischen stillgelegten Onlineversender „Migrantenschreck“ bezogen hatten. Aus Ungarns Hauptstadt Budapest handelte ein Thüringer mit täuschend echt wirkenden Schusswaffen für Hartgummigeschosse. „Ein großer Teil der Täter war sich der Begehung einer Straftat nicht bewusst, weil diese Waffen frei verkäuflich waren“, so Thiedmann. „Das strengere deutsche Waffenrecht wurde von den Käufern sträflich vernachlässigt.“ Auch wegen verbotener Taschenlampen mit eingebauten Elektroschockern, Wurfsternen oder Schlagringen werde ermittelt.

Pyrotechnik: Die unerlaubte Einfuhr von Pyrotechnik nimmt weiter zu. So wurden im Vorjahr 267 Ermittlungsverfahren eingeleitet, fast doppelt so viele wie 2016.

Artenschutz: Acht Ermittlungsverfahren wurden wegen Waren eingeleitet, die am Frachtflughafen Leipzig aufgedeckt wurden. Dabei handelte es sich um 111 Erzeugnisse aus Python-Haut und fünf aus Elfenbein. Daneben wurden auch ein Flusspferdzahn, ein Nashornhorn und 14 Fechterschnecken sichergestellt.

von Winfried Mahr

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