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Mitteldeutschland In Kühlschrank entdecktes Baby hat nach Geburt definitiv gelebt
Region Mitteldeutschland In Kühlschrank entdecktes Baby hat nach Geburt definitiv gelebt
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09:45 27.01.2010
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Mühlhausen

Das habe die Obduktion der Leiche ergeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, Dirk Germerodt, am Mittwoch. Vermutlich sei der Junge am Montag zur Welt gekommen. Die genaue Todesursache sei noch unklar, hieß es. Dazu seien weitere Untersuchungen notwendig. Die 21 Jahre alte Mutter wurde in einer Psychiatrie untergebracht. Sie hat ein weiteres Kind.

Laut Germerodt wollte sich die junge Frau offensichtlich selbst töten. Angehörige hatten in der Wohnung der Frau einen Abschiedsbrief gefunden und sie daraufhin am Dienstag als vermisst gemeldet. Später war die 21-Jährige in der Stadt aufgegriffen worden. Eine ärztliche Untersuchung ergab, dass sie zuvor ein Kind entbunden haben musste. In ihrem Wohnhaus waren dann am Dienstagabend Spuren einer Geburt und die Babyleiche im Kühlschrank gefunden worden.

Die junge Mutter habe ausgesagt, dass sie das Kind auf der Toilette zur Welt gebracht habe, erläuterte Germerodt. Sie habe einen Blutsturz gehabt und es dann erst einmal dort liegen gelassen. Wie das Baby in den Kühlschrank kam, sei unklar. Überhaupt gebe es Zweifel an ihrer Version - etwa wegen der Blutspuren in der Wohnung. „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass eine dritte Person in den Vorfall verstrickt war.“ Gegen die Frau wird wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt. Die Familie gehöre keinem „auffälligen Milieu“ an.

Erst im November hatte eine 23-Jährige in Weimar ihr Neugeborenes getötet und war kurz nach der Geburt ebenfalls gestorben. Im Juni vorigen Jahres hatte eine Frau in Jena ihrer erst vier Monate alten Tochter mit einer Rasierklinge die Unterarme aufgeschnitten. Das Kind verblutete. Anschließend war sie von einer Autobahnbrücke gesprungen, hatte den Sturz aber überlebt. Das Landgericht Gera hatte im November entschieden, dass sie zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war, weil sie an einer schweren Depression litt. Sie musste aber weiter in einer Psychiatrie bleiben.

dpa

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