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In Sachsen drehen sich bald mehr Windräder

In Sachsen drehen sich bald mehr Windräder

Grüne Wiesen, weites Ackerland und mittendrin riesige Windräder - in Sachsen prägen Windparks schon längst die Landschaft. Um die Energiewende zu schaffen, will der Freistaat künftig stärker auf den Ausbau der Windkraft setzen.

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Die Fläche für Windparks soll sich in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln. Experten geht das nicht weit genug, Bürger fürchten sich vor Lärm und dem Schatten der Windräder.

Quelle: dpa

Dresden. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Doch dort, wo neue Anlagen entstehen, gibt es immer wieder Ärger. Anwohner beschweren sich über Lärm, Kommunen befürchten eine Verschandelung der Natur, und Tierschützer sorgen sich um Vögel.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums drehen sich derzeit in Sachsen 838 Windräder (2001: 510) mit einer Leistung von rund 976 Megawatt. Im vergangenen Jahr erzeugten die Windräder rund 1500 Gigawattstunden Strom - genug, um etwa 600 000 Haushalte zu versorgen. Künftig sollen es bis zu 3500 Gigawattstunden pro Jahr sein. Dafür sollen die Flächen für Windparks mehr als verdoppelt werden, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium.

„Bereits jetzt stammt der größte Teil der im Freistaat aus erneuerbaren Energien erzeugten Strommenge aus Windenergie“, sagte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Dabei dürfen derzeit nur auf 0,2 Prozent der Landesfläche Windkraftanlagen gebaut werden.

„Viel zu wenig“, kritisiert der sächsische Landesvorsitzende des Bundesverbandes Windenergie, Martin Maslaton, und schimpft über die angebliche „Verhinderungsplanung“ der sächsischen Regierung. Er fordert eine Novelle des Gesetzes zur Landesplanung, erneuerbare Energien müssten bevorzugt werden. Bisher seien keine neuen Flächen für Windenergie vorgesehen, vielmehr sollen nur alte Anlagen durch neue und höhere Windräder ersetzt werden. Studien hätten aber gezeigt, dass bis zu zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie genutzt werden können.

Zudem gebe es enorme Beschränkungen - Windräder dürften etwa nicht an Straßen, an Waldwegen oder im Umfeld von kleinen Landeplätzen gebaut werden. „Zumindest Industriegebiete müssen für Windenergie geöffnet werden“, fordert Maslaton. Selbst innerhalb von ausgewiesenen Eignungsgebieten sei das Bauen schwierig. So hat etwa eine von den Grünen im Landtag in Auftrag gegebene Studie gezeigt, dass manche Anträge zur Genehmigung länger als fünf Jahre laufen.

In Sachsen sind die Windverhältnisse laut Studie vielerorts gut, die Reserven noch nicht ausgeschöpft. „Es gibt noch Potenzial“, sagte auch Katja Popp von der WSB Unternehmensgruppe, die in Sachsen bereits 54 Windenergieanlagen errichtet hat. Damit können knapp 104 000 Haushalte jährlich mit Strom versorgt werden.

In den vergangenen Jahren wurden auch in Augustusberg fünf Windräder gebaut, in Wendischbora (beides Landkreis Meißen) drehen sich mehr als zehn Windräder. Für Uwe Anke, Bürgermeister von Nossen, ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bescheren die Anlagen der Kommune Pacht und Gewerbesteuern, aber auch Proteste von Anwohnern:

Sie kritisieren den Lärm und eine Verschandelung der Landschaft. „Und selbst weit entfernte Häuser werden durch den riesigen Schlagschatten verdunkelt“, erklärte Anke.

Auch unter Naturschützern sind die Anlagen umstritten, immer wieder geraten sie als „Vogelschredder“ in die Kritik. „Deswegen sterben zwar die Arten nicht aus, aber es gibt immer wieder Fälle, in denen Vögel in die Windräder geraten“, sagte Rainer Pietrusky vom Naturschutzbund Nabu in Dresden. Abhilfe könne etwa durch höhere Windräder geschaffen werden, die deutlich mehr Leistung erbringen. „Dafür könnte die Anzahl reduziert werden.“

Sachsen will den Anteil der erneuerbaren Energien in den kommenden zehn Jahren auf ein Drittel am Bruttostromverbrauch steigern. Dazu soll insbesondere die Stromgewinnung aus Windenergie, Photovoltaik und Biomasse ausgebaut werden.

dpa

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