Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Innenminister Friedrich hält Umstände der Neonazi-Mordserie für "untypisch für Terroristen"
Region Mitteldeutschland Innenminister Friedrich hält Umstände der Neonazi-Mordserie für "untypisch für Terroristen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:23 14.01.2012
„Die Umstände der Mordserie sind völlig untypisch für Terroristen“, sagt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin/Zwickau/Jena

„Das zentrale Problem war, dass eine Vernetzung des Trios über Thüringen hinaus nicht erkannt wurde“, sagte Friedrich dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Trotz eines Anfangsverdachts auf terroristische Aktivitäten habe der Fall „als regional begrenztes Phänomen“ gegolten.

Das sei aber auch verständlich, denn „die Umstände der Mordserie sind völlig untypisch für Terroristen“, sagte Friedrich. Es habe keine Bekennerschreiben gegeben, „kein Protzen und Prahlen mit den Taten, wie es sonst in der rechtsextremen Szene üblich ist“.

Als „gravierendes Strukturproblem“ nannte Friedrich zudem die mangelhafte Weitergabe von Informationen an den Bund. „Die Thüringer Behörden haben, wie es üblich war, nur die Informationen weitergegeben, die aus ihrer Sicht für Bundesbehörden interessant waren.“ Dies sei „jetzt abgestellt“. Der Minister verwies auf das im Dezember gebildete Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus, in dem sich Polizeibehörden und Inlandsnachrichtendienste von Ländern und Bund täglich darüber austauschen, was in der rechtsextremen Szene geschieht. „Der Überblick und die Zusammenarbeit werden deutlich besser“, betonte Friedrich.

Nach Ansicht des Ministers ist der Rechtsextremismus in Deutschland „ein schwierigeres und gefährlicheres Phänomen als es viele Experten bislang eingeschätzt haben“. Er habe deshalb angeordnet, „dass das Bundesamt für Verfassungsschutz wieder eine eigene Abteilung zur Beobachtung des Rechtsextremismus eingerichtet hat“. Nach dem islamistischen Terrorangriff vom 11. September 2001 waren die Abteilungen zur Beobachtung des Rechtsextremismus und des Linksextremismus zusammengelegt und Beamte für die Beobachtung der islamistischen Terrorszene abgezogen worden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Zwickauer Neonazi-Terrorzelle hatte nach Erkenntnissen der Ermittler auch Kontakte nach Sachsen-Anhalt. Eine Frau aus dem Süden des Landes soll Kontaktdaten wie die Telefonnummer von Beate Zschäpe besessen haben, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Freitag und bestätigte damit in Teilen einen Vorabbericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

13.01.2012

Die Sondersitzung der Parlamentarischen Kontrollkommission des Sächsischen Landtags zum Zwickauer Neonazi-Trio ist am Freitag erneut vertagt worden. Grund dafür waren noch immer fehlende Papiere, hieß es nach der viereinhalbstündigen Sitzung in Dresden.

13.01.2012

Das Schicksal des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland könnte sich schon am Wochenende entscheiden. Nach dem Ablauf der Angebotsfrist am Freitag werde Insolvenzverwalter Werner Schneider vielleicht schon am Montag einen oder mehrere Käufer präsentieren, hieß es aus Unternehmenskreisen.

13.01.2012
Anzeige