Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Internationale Wochen gegen „Krebsgeschwür“ Rassismus gestartet
Region Mitteldeutschland Internationale Wochen gegen „Krebsgeschwür“ Rassismus gestartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:17 12.03.2018
In Dresden starten die Internationalen Wochen gegen Rasissmus. (Symbolbild) Quelle: dpa
Dresden

Mit einer zentralen Eröffnungsveranstaltung in Dresden haben am Montagabend die 15. Internationalen Wochen gegen Rassismus begonnen. Deutschlandweit soll in den kommenden zwei Wochen in mehr als 2000 Verstaltungen der Kampf gegen alle Ausprägungen des Rassismus thematisiert werden. Rassismus sei ein „Krebsgeschwür“, das sich in Europa ausbreite, sagte Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung, die die Aktion koordiniert. 2017 habe es in Deutschland 2200 Angriffe auf Geflüchtete gegeben; rund 1500 Straftaten waren demnach antisemitisch, gut 1000 antimuslimisch motiviert.

Die Wochen seien „ein Beitrag für ein anständiges, respektvolles und tolerantes Miteinander. Ich bin gerne und mit ganzem Herzen dabei“, sagte Sachsen Ministerpäsident Michael Kretschmer (CDU) bei der Eröffnung im Dresdner Rathaus.

„Die Zivilgesellschaft muss aufstehen“, forderte Stiftungsratspräsident Theo Zwanziger. Rassismus sei ein „schleichendes Gift“. „Es kann die Köpfe und die Herzen der Menschen völlig lahmlegen.“ Zwar seien gerade Sportlern Begriffe wie Fair Play und Respekt nicht fremd. „Aber sie müssen gelebt werden“, sagte der frühere DFB-Präsident. Ein positives Beispiel sei die Fußball-Nationalmannschaft.

Hilbert: Zivilcourage zeigen

Dresden sei in diesem Jahr als Auftaktort ausgewählt worden, „weil wir dorthin gehen, wo das Engagement besonders groß ist“, betonte Micksch. Der andere Faktor sei aber „ohne Frage Pegida“ gewesen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zeigte sich besorgt, „dass das Thema Alltagsrassismus immer mehr an Raum gewinnt“. Wichtig sei daher, „dass die Bürgerschaft Zivilcourage zeigt“.

Laut Micksch ist Dresden während der Anti-Rassismus-Wochen die Stadt mit den bundesweit meisten Veranstaltungen. 140 Termine stehen auf dem Programm, darunter Ausstellungen, Diskussionsrunden, Filmvorführungen, Lesungen, Theaterstücke, Vorträge und Workshops. Sachsen sei auch das Land mit den bundesweit meisten Veranstaltungen und Deutschland in dieser Hinsicht Spitzenreiter in Europa, sagte Micksch.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Steuersegen ermöglicht Sachsen derzeit Einnahmen und Ausgaben auf Rekordniveau. Das soll auch im kommenden Doppelhaushalt so bleiben. Für 2019 und 2020 sind noch höhere Zahlen vorgesehen.

12.03.2018

Lehrermangel ist in Sachsen ein bekanntes Problem. Neue Strategien dagegen sorgen derzeit für Diskussionen. Nun hat sich auch der Philologenverband geäußert.

14.03.2018

Verkehrsteilnehmer über 65 Jahren sind in Deutschland nicht häufiger für Unfälle verantwortlich als andere Altersgruppen. Allerdings steigt das Risiko für Schwerstverletzte bei Unfällen, wenn der Verursacher älter als 75 Jahre ist.

12.03.2018