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Mitteldeutschland Investor für Plauener Plamag in Sicht - Insolvenzverwalter rechnet mit Erhalt vieler Jobs
Region Mitteldeutschland Investor für Plauener Plamag in Sicht - Insolvenzverwalter rechnet mit Erhalt vieler Jobs
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18:30 02.02.2012
Das Plauener Werk des Druckmaschinenherstellers Manroland (Archivfoto) Quelle: dpa
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Plauen/Augsburg

Der Zwickauer IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann äußerte sich ebenfalls zuversichtlich, nachdem er ein Vier-Augen-Gespräch mit Schneider geführt hatte. „Es ist ein interessanter Investor vorhanden“, sagte der Gewerkschafter der Nachrichtenagentur dpa. Diesem wolle Schneider am kommenden Montag das Plauener Werk zeigen.

Manroland hatte im November Insolvenz angemeldet, das Verfahren war am Mittwoch eröffnet worden. Dass inzwischen mehr als 2000 Stellen in Deutschland abgebaut wurden, verschaffe den drei Werken in Augsburg, Offenbach und Plauen einen massiven Kosten- und Wettbewerbsvorteil, sagte Schneider. Die verkleinerten Unternehmen „starten in der richtigen Größe, wie’s der Markt verlangt“.

Die Belegschaft der Plamag, des bis zuletzt größten Industriebetriebs im Vogtland, wurde halbiert: Von den im Herbst noch mehr als 700 Beschäftigten werden inzwischen nur noch etwa 350 weiter beschäftigt, genauso viele mussten inzwischen in eine Transfergesellschaft wechseln. Ihnen droht in einem halben Jahr Arbeitslosigkeit.

Aber Schneider verbreitete Optimismus: „Ich gehe davon aus, dass in Plauen nur sehr kurzfristig Stellenabbau sein wird.“ Er rechne fest damit, dass schon bald wieder Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Plauen sei nicht nur als Zulieferer für Augsburg wichtig, sondern werde zu einer verlängerten Werkbank für diverse Unternehmen auch aus anderen Branchen werden.

Für die beiden anderen Manroland-Standorte stehen die neuen Eigentümer schon fest. „Dadurch kann sich der Insolvenzverwalter jetzt voll auf Plauen konzentrieren“, sagte Gewerkschafter Kademann. Das Bogendruckwerk in Offenbach hat der englische Maschinenbauunternehmer Tony Langley gekauft. Er werde knapp die Hälfte der vormals gut 1700 Mitarbeiter übernehmen und wolle schon dieses Jahr die Gewinnzone erreichen, sagte Langley am Donnerstag in Augsburg. Mitte Januar hatte bereits die Lübecker Possehl-Gruppe das Augsburger Zeitungsdruckmaschinenwerk von Manroland übernommen. Dort hatten mehr als 700 Mitarbeiter ihren Job verloren, während etwa 1500 bleiben durften.

„Auch in Plauen möchte ich das nicht ewig machen, sondern möglichst schnell einen Hauptinvestor finden“, sagte Schneider und fügte hinzu. „Da ist was in Sicht.“ Als weitere Option für den Standort im Vogtland gilt zudem immer noch eine Beteiligung der Possehl-Gruppe an der Plamag. An der hält Schneider vorläufig 80 Prozent, zu 20 Prozent sind drei frühere Plamag-Manager beteiligt. Offenbach soll künftig unter dem Namen Manroland Sheet Fed firmieren, Augsburg unter Manroland Web Systems.

dpa

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