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Mitteldeutschland Jahrzehnte nach Tschernobyl: Wildschweine im Vogtland sind noch immer radioaktiv belastet
Region Mitteldeutschland Jahrzehnte nach Tschernobyl: Wildschweine im Vogtland sind noch immer radioaktiv belastet
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11:16 31.08.2014
Knapp 30 Jahre nach dem Atomunfall von Tschernobyl sind in Sachsen Wildschweine teilweise noch so verstrahlt, dass ihr Fleisch nicht verkauft werden darf. Quelle: LoefflerInstitut
Dresden

Bis August 2013 wurden insgesamt 752 Proben untersucht. Dabei wurde laut Behörde bei 297 Tieren der Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm überschritten. Das entspreche einer Quote von rund 40 Prozent. 

Im Vogtland ging zu Tschernobyl-Zeiten eine Regenwolke herunter“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Die Auswirkungen in Teilen des Kreises seien immer noch zu spüren. Nachdem Stichproben auch bei Wildschweinen aus Nachbarkreisen radioaktive Belastung gezeigt hätten, würden die Untersuchungen nun ausgedehnt. Sie laufen bis Ende August, im Herbst sollen dann aktuelle Ergebnisse vorliegen.

Wildschweine sind laut Umweltministerium stärker betroffen als andere Wildtiere, weil sie im Waldboden wühlen, wo sich das Cäsium besonders lange hält. „Sie nehmen dabei belastete Waldpilze, vor allem unterirdisch wachsende Hirschtrüffel, auf“, erklärte der Ministeriumssprecher. Durch die Pflichtuntersuchung gelange kein radioaktiv belastetes Wildschweinefleisch in den Handel, betonte das Umweltministerium. Für die Verbraucher bestünden daher keine Risiken 

Wird das Fleisch positiv getestet, muss es entsorgt werden. Die Jäger erhalten dafür eine Entschädigung. „Die deckt zwar nicht den Verlust für den Wildbret-Verkauf, zumindest aber die Kosten für die Entsorgung“, erklärte der Vorsitzende des Landesjagdverbandes, Steffen Richter. Herrschte anfangs bei betroffenen Jägern noch Unmut über die Regelung, habe sich die Praxis mittlerweile eingespielt. Sachsens Jäger haben im Jagdjahr 2012/13 rund 32.000 Stück Schwarzwild erlegt. Im Jahr zuvor waren es noch 22 600.

dpa

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