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Jürgen Trittin bei DGB-Maikundgebung in Dresden: „Dieses Land muss gerechter werden“

Jürgen Trittin bei DGB-Maikundgebung in Dresden: „Dieses Land muss gerechter werden“

Wie es sich für einen Grünen-Politiker gehört, fuhr Jürgen Trittin zur DGB-Kundgebung auf dem Dresdner Schlossplatz mit einem muskelbetriebenen vierrädrigen Gefährt vor.

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Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender der Grünen-Frakion im Deutschen Bundestag, hielt bei der DGB-Maikundkgebung in Dresden eine Rede.

Quelle: Dominik Brüggemann

Dresden. Bevor der Fraktionsführer der Grünen am 1.Mai vor 1200 Zuhörern das Mikrophon ergriff, sprach Ralf Hron, Vorsitzender des DGB Dresden-Oberes Elbtal. Hron setzte sich bei der Maikundgebung für gute Arbeit, sichere Renten und Gerechtigkeit ein. Insbesondere kritisierte er die nach eigenen Aussagen ausufernde Ausweitung der prekären Arbeitsformen „Gegen Lohndumping und den Missbrauch von Minijobs muss endlich etwas unternommen werden“, so der Dresdner DGB-Chef.

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Dresden. Wie es sich für einen Grünen-Politiker gehört, fuhr Jürgen Trittin zur DGB-Kundgebung auf dem Dresdner Schlossplatz mit einem muskelbetriebenen vierrädrigen Gefährt vor. Bevor der Fraktionsführer der Grünen am 1.Mai vor 1200 Zuhörern das Mikrophon ergriff, sprach Ralf Hron, Vorsitzender des DGB Dresden-Oberes Elbtal.

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Während Hron in seiner Rede soziale Themen und Missstände aus der Region benannte, ließ Trittin inhaltlich eine Grundsatzrede folgen, die sich in weiten Teilen gegen die Bundesregierung richtete. Angesprochen fühlten sich die Dresdner vom Bundestagsabgeordneten trotzdem, da seine Aufregung über Neonazis in der Politik auch für Dresden gilt. „Es ist unerträglich, dass hier immer noch der Nazi-Abschaum in den Kreis- und Stadträten sitzt“, so Trittin wörtlich, der zuvor auch einen Stand des Vereins Bürger.Courage auf dem Schlossplatz besichtigt hatte.

Wie sein Vorredner setze er sich in seiner Rede ebenfalls für einen Mindestlohn ein. „Niedriglöhne verhindern keine Massenarbeitslosigkeit“, so Trittin, der exemplarisch die Niederlande erwähnte, wo der eingeführte Mindestlohn von 9,50 Euro trotzdem für eine geringe Arbeitslosenquote sorge. „Was diese Gesellschaft braucht, sind faire Löhne“, rief er den Menschen zu. Zudem wolle er gegen die Altersarmut vorgehen. Durchschnittsrenten wie in Chemnitz, die unterhalb der Armutsgrenze lägen, seien inakzeptabel. Hier gebe es nur zwei Mittel: „Entweder höhere Löhne, oder eine garantierte Rente für Leute, die 33 Jahre gearbeitet haben“, argumentierte Trittin bei seiner Rede in Dresden, bei der er sich abschließend für mehr Gerechtigkeit im Land einsetzte.

In ganz Sachsen haben rund 16.000 Menschen an den traditionellen Mai-Kundgebungen teilgenommen. Die DGB-Landesvorsitzende Iris Kloppich forderte in Chemnitz einen grundlegenden Wechsel in der Wirtschaftspolitik von Bund und Freistaat. „Wir wollen eine neue Ordnung der Arbeit, ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn ist für uns Grundbedingung.“ Es brauche eine gesellschaftliche Verantwortung für Beschäftigung und Wachstum sowie Impulse für mehr Nachfrage.

Am Tag der Arbeit sind nach Gewerkschaftsangaben bundesweit mehr als 400.000 Menschen für soziale Gerechtigkeit auf die Straße gegangen. Bei der zentralen Kundgebung in München forderte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer, Reiche und Wohlhabende stärker in die Pflicht zu nehmen. Wer mehr habe, müsse auch mehr abgeben, sagte Sommer. Verdi-Chef Frank Bsirske kritisierte bei einer Mai-Kundgebung in Ludwigshafen die Fiskalpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Mit ihrer Absage an Vermögensteuern will Kanzlerin Merkel reiche Erben und Besitzer großer Vermögen steuerlich privilegieren“, sagte Bsirske am Mittwoch laut Mitteilung. Notwendig wäre aber mehr Steuergerechtigkeit, um Investitionen in Alterssicherung, Bildung, ökologischen Umbau und ins Verkehrswesen zu finanzieren. Die bundesweit mehr als 400 Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) standen unter dem Motto: „1. Mai: Unser Tag - Gute Arbeit, Sichere Rente, Soziales Europa“. Der Zulauf sei mit rund 425 000 Teilnehmern etwas größer als im Vorjahr gewesen.

dbr/dpa

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