Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Karnevalswerbung mit Wehrmachtsuniform stößt auf Kritik
Region Mitteldeutschland Karnevalswerbung mit Wehrmachtsuniform stößt auf Kritik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 13.02.2019
Zum Karneval ist vieles erlaubt – im Erzgebirge gingen Narren aber wohl zu weit. (Symbolbild) Quelle: Daniel Naupold/dpa
Jahnsdorf

Der Karneval gilt gemeinhin als fünfte Jahreszeit: Da ist allerlei unter dem Deckmantel der Satire erlaubt oder wird schlicht hingenommen. In der Erzgebirgsgemeinde Jahnsdorf haben die Narren in diesem Jahr aber wohl den Bogen überspannt. Auf dem Flyer zur großen Karnevalsparty Anfang März wirbt der Verein unter dem Motto: „Uns’re Party hat ‚ne Norm, dieses Jahr in Uniform“.

Illustriert ist die Reklame mit einer Foto-Collage aus der US-amerikanischen Satire-TV-Produktion „Ein Käfig voller Helden“: Vor Zäunen mit Stacheldraht stehen drei Soldaten zum Teil mit Stahlhelm und in Wehrmachtsuniform.

Der Verband Sächsischer Carneval findet die Werbeaktion nicht lustig und verurteilt die Einladung scharf. „Wir distanzieren uns von dieser Art der Präsentation für eine Karnevalsveranstaltung“, sagte Verbandssprecher Michael Rohde am Mittwoch. Mit diesem kritischen Geschichtsthema sollten auch Karnevalisten sehr feinfühlig umgehen.

Grenzen überschritten

Die Werbeaktion wurde sogar im Amtsblatt der Gemeinde abgedruckt. Jahnsdorfs Bürgermeister Albrecht Spindler (parteilos) hatte dies zunächst gebilligt, ruderte inzwischen aber zurück. „Ich habe es anfangs als erkennbare Satire eingeschätzt und daher zugelassen“, sagte er am Mittwoch. Nach Gesprächen mit Bürgern sei ihm aber klar geworden, dass dieses Werbefoto Grenzen überschritten habe. „Im Nachhinein muss ich sagen: Ich hätte sensibler reagieren und die Veröffentlichung untersagen müssen.“

Auch für den Jahnsdorfer Carnevalsverein (JCV) hat die Aktion inzwischen Konsequenzen. Wie der Bürgermeister bestätigte, ist der Vorsitzende, Holger Greiner, bereits Ende Januar zurückgetreten. Der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“ sagte Greiner, dass die Idee für das Plakat entstanden sei, während er im Urlaub war. Er habe sich gegen die Illustration ausgesprochen, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Komödiantischen Charakter missdeuten?

Der JCV betonte auf seiner Facebook-Seite, dass die Figuren der Satiresendung „aus unserer Sicht völlig unverwechselbar als Klamauk bezeichnet werden“ könnten. „Was wir nicht bedacht haben ist, dass es durchaus Menschen geben kann, die diese Serie nicht kennen und somit den für uns klaren komödiantischen Charakter missdeuten könnten. Bei all diesen Menschen möchten wir uns in aller Form entschuldigen“, hieß es weiter.

Es sei nicht beabsichtigt gewesen ein Politikum loszutreten oder irgendjemanden zu verstören. „Im Nachhinein betrachtet hätte man das Motto “ ... Uniform ... “ in seiner Vielfalt (Polizei, Feuerwehr, Krankenschwester usw.) wie wir es gemeint haben und meinen, besser darstellen beziehungsweise zumindest in Wort und Schrift zusätzlich darauf hinweisen können.“ Die geplante Veranstaltung sei eine Einladung zum karnevalistischen Zusammensein - in bunter, vielfältiger Kostümierung.

Von André Jahnke, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Grippewelle in der vergangenen Saison wirkte massiv auf die Fehltage der Sachsen aus. 2018 stieg der Krankenstand im Land von 4,5 auf 4,7 Prozent und lag damit deutlich über dem Bundesschnitt, berichtet die DAK Gesundheit.

13.02.2019

Der Blumenhandel spielte bei der Verbreitung des Valentinstages in Deutschland eine nicht unbedeutende Rolle. Pünktlich zum diesjährigen Tag der Verliebten gibt es allerdings ernüchternde Zahlen aus dem Statistischen Landesamt.

13.02.2019

In Sachsen waren im vergangen Jahr fast 170.000 Schusswaffen registriert - ein Anstieg um rund 20 Prozent im Vergleich zu 2017. Für den Grünen Valentin Lippmann eine Folge der "Dramatisierung der Sicherheitslage".

13.02.2019