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Mitteldeutschland Keine Angst vorm Bohrer: Sachsen gehen am häufigsten zum Zahnarzt
Region Mitteldeutschland Keine Angst vorm Bohrer: Sachsen gehen am häufigsten zum Zahnarzt
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11:02 20.06.2014
Die Sachsen gehen bundesweit am häufigsten zum Zahnarzt. Quelle: dpa

Ergebnis: Während der Durchschnitts-Deutsche nur einmal im Jahr eine Zahnarztpraxis aufsucht, lässt sich der Sachse rund zweimal untersuchen. 78,9 Prozent aller Einwohner im Freistaat nahmen zahnärztliche Leistungen in Anspruch. Bundesweit waren es nur 70,4 Prozent. Mit Thüringen (78,3), Sachsen-Anhalt (76,4), Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (beide 74,7) stehen auch die vier anderen neuen Bundesländer auf den Plätzen dahinter im Ranking. Die Rote Laterne dagegen hält das Saarland: Dort gingen nicht einmal zwei Drittel (63,9 Prozent) zum Zahnarzt.

"Das zeigt, dass die 3890 sächsischen Vertragszahnärzte eine sehr, sehr gute Arbeit machen", lobte gestern in Leipzig Paul Friedrich Loose, Barmer-Landesgeschäftsführer. "Langfristig führt das zu geringeren Kosten bei späteren Behandlungen." Allerdings müsse man die Zahlen differenziert betrachten. So gingen Frauen beispielsweise öfter zum Zahnarzt als Männer. Umstritten bleibt das Bonusheft, mit dem Versicherte die Höhe der Eigenbeteiligung senken können. Immerhin 45 Prozent haben auf diesen Vorteil verzichtet.

Der Zahnreport wirbt auch für mehr Wurzelbehandlungen angegriffener Backenzähne. Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass diese Erhaltungsmaßnahme besser als ihr Ruf sei und wesentlich kostengünstiger als eine Krone. Vier von fünf analysierten Zähnen verursachten auch noch drei Jahre nach dem Eingriff keine Komplikationen. Loose forderte deshalb den gemeinsamen Bundesausschuss auf, die restriktive Fassung der Richtlinie, wonach eine derartige Behandlung nur zum Erhalt geschlossener Zahnreihen angezeigt ist, zu lockern.

Laut Studie wurden nur 40 Prozent der Kinder bis zum ersten Lebensjahr untersucht. Darum hat Sachsen mittlerweile auch die letzten Lücken bei der frühkindlichen Vorsorge geschlossen. "Seit März gibt es einen neuen Vertrag mit dem Sächsischen Hebammenverband", sagt Birte Bittner, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (LAGZ). Eltern erhalten direkt nach der Geburt ihres Kindes nicht nur den Vorsorgepass, sondern auch eine Kinderzahnbürste und einen Flyer unter anderem mit dem Hinweis, bereits ab Durchbruch des ersten Milchzahns mit dem Nachwuchs Zähne zu putzen.

Darüber hinaus organisiert das LAGZ eine Gruppenprophylaxe bis zum 12. Lebensjahr. Mit ihr konnten 2012/2013 rund 87 Prozent aller Kindergartenkinder erreicht werden. Erfreuliches Resultat: 88 Prozent aller Dreijährigen hatten ein kariesfreies Gebiss.

Die Kinder- und Jugendärzte sind bereits seit vergangenem Jahr gehalten, bei Vorsorgeuntersuchungen stärker auf die Zähne zu schauen und notfalls zum Zahnarzt zu überweisen. In Sachsen praktizieren 2290 Zahnärztinnen und 1600 Zahnärzte. Der Anteil der Barmer-Versicherten beträgt rund zehn Prozent.

Roland Herold

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