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Mitteldeutschland Keine Reichsbahn-Waggons mehr auf der Strecke Leipzig – Chemnitz
Region Mitteldeutschland Keine Reichsbahn-Waggons mehr auf der Strecke Leipzig – Chemnitz
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15:18 04.07.2018
Animation der Strecke Leipzig-Chemnitz am Viadukt bei Chemnitz. Quelle: DB
Chemnitz - 

Attraktiver, moderner, zuverlässiger: Fahrgäste auf der immer wieder kritisierten Bahnlinie zwischen Chemnitz und Leipzig sollen künftig mit mehr Komfort reisen. Vom ersten Quartal 2019 an werden bei dem Regionalexpress modernisierte Wagen eingesetzt und damit die veralteten aus dem Bestand der früheren Deutschen Reichsbahn ersetzt. Das geht aus einem Konzept bis 2027 hervor, das der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) am Mittwoch in Chemnitz vorstellte.

Zwanzig neue Wagen

Dafür haben der VMS, der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und Bahnbetreiber Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) ein Komplettpaket auf den Weg gebracht. Zentraler Punkt ist die Anschaffung von je zehn Reisewagen und Doppelstockwagen aus dem Bestand der Deutschen Bahn. Die Kosten für Kauf und Modernisierung belaufen sich den Angaben zufolge auf elf Millionen Euro, die zur Hälfte vom Freistaat Sachsen als Fördermittel kommen. Für Wartung und Instandhaltung sind jährlich 600 000 Euro veranschlagt.

Kombination aus Doppelstock- und Reisezügen

Die neuen Züge bestehen dann jeweils aus zwei Doppelstock- und zwei Reisewagen. Sie bekommen nicht nur ein neues äußeres Design, sondern sollen auch mit WLAN ausgerüstet werden. Die Doppelstockwagen sind zudem klimatisiert und haben Automatiktüren sowie einen breiteren Ein- und Ausstieg. Die Züge bieten dann 350 statt wie bisher rund 300 Sitzplätze. Nach VMS-Angaben fahren täglich mehr als 3000 Reisende auf der Strecke.

Kritik wegen Zugausfällen

Die Linie RE 6 zwischen Chemnitz und Leipzig stand zuletzt oft in der Kritik unter anderem wegen häufiger Zugausfälle und Verspätungen, fehlender Barrierefreiheit und unbequemer Einstiege. „Wir waren hochgradig unzufrieden mit der augenblicklichen Situation“, sagte Tobias Richter, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Regiobahn.

Wartung von Delitzsch nach Chemnitz

Die künftig fünf statt vier Züge sollen aus logistischen Gründen nicht mehr in Delitzsch, sondern in Chemnitz gewartet werden. „Die Anzahl der Zugausfälle wird deutlich nach unten gehen“, versprach Mathias Korda, der für den Bereich Verkehr/Infrastruktur bei der VMS verantwortlich ist.

Störungen sind eingeplant

Verbessert werden soll auch der Service. Geplant ist, die Fahrgäste sowohl über eine App als auch durch einen Servicepunkt auf dem Hauptbahnhof schneller über Verspätungen zu informieren. Weil die Strecke permanent durch Personen- und Güterverkehr überlastet sei, werde es weiterhin zu Störungen kommen, hieß es vom VMS. „Die Strecke ist Oberkante Unterlippe ausgelastet“, sagte Korda.

Von 2027 an soll die Strecke zwischen den beiden Städten elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut werden.

Von Martin Kloth