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Mitteldeutschland KiKa-Betrugsskandal - Staatsanwaltschaft erhebt weitere Anklagen
Region Mitteldeutschland KiKa-Betrugsskandal - Staatsanwaltschaft erhebt weitere Anklagen
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15:42 17.07.2015
Die Prozesse im Betrugsskandal um den Kinderkanal von ARD und ZDF, Kika, gehen weiter. (Archivbild) Quelle: dpa
Erfurt

Ihnen würden im Zeitraum von 2006 bis 2010 44 Fälle von Bestechlichkeit und Untreue sowie Bestechung vorgeworfen.

Es gehe unter anderem um 16 Scheinrechnungen, mit denen ein Schaden von 1,3 Millionen Euro angerichtet worden sei. Zudem soll dem Ki.Ka-Manager 2006 eine Reise nach Las Vegas mit mehr als 46 000 Euro und 2010 der Besuch des DFB-Pokal-Endspiels mit gut 7000 Euro finanziert worden sein.

Der frühere Herstellungsleiter sitzt bereits im Gefängnis. Er war im Sommer 2011 wegen Bestechlichkeit und Untreue zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte im Prozess gestanden, den Kinderkanal mit Scheinrechnungen und fingierten Aufträgen um Millionen geprellt zu haben, um seine Spielsucht zu finanzieren.

Der Betrugsskandal war durch die Selbstanzeige des Geschäftsführers einer Berliner Produktionsfirma ins Rollen gekommen. Der 43-Jährige hatte dem Sender in Absprache mit dessen damaligen Herstellungsleiter Scheinrechnungen gestellt - den Großteil des dadurch veruntreuten Geldes strich dann der Ki.Ka-Manager ein. Als Motiv hatte der Berliner Geschäftsmann die finanzielle Schieflage seiner später in die Insolvenz geschlitterten Firma angegeben. Vom Landgericht Erfurt wurde er im Februar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Der nun angeklagte weitere Geschäftsmann hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft sämtliche Vorwürfe gestanden und geholfen, vorher noch unbekannte Sachverhalte aufzudecken. Ihm drohen mehrere Jahre Haft. Wann der Prozess vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Erfurt beginnt, stehe noch nicht fest, sagte ein Gerichtssprecher. Mit einem Auftakt vor den Sommerferien sei kaum zu rechnen.

Im Ki.Ka-Betrugsskandal ermittelt die Staatsanwaltschaft noch gegen zehn andere Personen, so dass es zu weiteren Anklagen kommen kann.

dpa

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