Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Kirchen sind sich uneins: Dürfen Christen bei Pegida mitmarschieren?
Region Mitteldeutschland Kirchen sind sich uneins: Dürfen Christen bei Pegida mitmarschieren?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:48 19.12.2014
Die «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) hatten zu ihrer neunten Demonstration in Dresden aufgerufen. Quelle: Arno Burgi
Berlin/Dresden

Derweil sind die Sympathien der Menschen für die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ („Pegida“) im Westen ähnlich verteilt wie im Osten. In einer YouGov-Umfrage sagten 36 Prozent der im Osten Befragten, sie fänden es gut, dass jemand auf Fehler in der Asylpolitik aufmerksam mache und sich gegen Islamismus ausspreche; im Westen waren es 33 Prozent. Im Osten wird „Pegida“ allerdings stärker in der politischen Mitte verortet. So stimmen dort 36 Prozent dieser Einschätzung zu, im Westen nur 27 Prozent. Dafür halten 45 Prozent der Westdeutschen „Pegida“ für rechts oder extrem rechts, von den Ostdeutschen sagen das nur 41 Prozent.

AfD warnt vor Extremisten in den Reihen von Pegida

Neue Töne bei dem Thema schlug der Vizevorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, an. Zwar verteidigte er die „Pegida“-Demonstranten erneut. Zugleich warnte er aber davor, die Proteste von Extremisten missbrauchen zu lassen. „Darauf müssen nicht zuletzt die Demonstranten selbst achten“, sagte Gauland. Er betonte:

„Auch die Alternative für Deutschland teilt nicht alle politischen Forderungen der Demonstranten.“

Das „Pegida“-Bündnis hatte bei den wöchentlichen Demonstrationen in Dresden zuletzt 15.000 Menschen auf die Straße gebracht. Es tritt unter anderem für eine Verschärfung des Asylrechts ein und begründet dies mit einer angeblichen drohenden Überfremdung des Landes. Die Opposition und Teile der SPD werten dies als extremistisch. EKD-Chef Bedford-Strohm verlangte im Interview der Deutschen Welle, bei pauschalen Angriffen auf eine Religion, Flüchtlinge oder Asylbewerber „müssen wir in aller Klarheit Nein sagen“. Im Radiosender HR-info fügte er aber auch hinzu: „Man darf die Leute nicht gleich als Neonazis abtun.“ Diejenigen, die dort mitliefen, müssten sich jedoch „bewusst werden, vor welchen Karren sie möglicherweise gespannt werden“.

Keine "oberhirtliche Anweisung" seitens der katholischen Kirche

Auch Kardinal Marx sagte: „Jeder muss überlegen, hinter welchen Transparenten er herläuft.“ Für die Katholiken gebe es dazu keine „oberhirtlichen Anweisungen“. Vielmehr warnte er davor, „Pegida“ dadurch aufzuwerten, „dass wir es zu einer Bewegung hochstilisieren“. Der Münchner Erzbischof widersprach damit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der am Donnerstag in einer Predigt gesagt hatte: „Christen dürfen bei „Pegida“ nicht mitmachen.“

Die sächsische Staatsregierung versucht bereits seit Tagen, „Pegida“-Anhänger speziell in den sozialen Netzwerken über die Flüchtlingsproblematik aufzuklären. Deshalb würden „Beiträge zum Thema Asyl mit den Hashtags #pegida und #nopegida gekennzeichnet, um gezielt Informationen in den Diskussionen beizusteuern“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Dabei geht es nicht um eine politische Bewertung, sondern um Information.“ Er bedauerte, dass andere Versuche, mit „Pegida“ in Dialog zu treten, bisher unbeachtet geblieben seien.

lvz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Forstminister Thomas Schmidt (CDU) hat den sächsischen Wäldern eine gute Verfassung attestiert. „Unsere Bäume sind auch in diesem Jahr insgesamt gesehen gesund“, sagte der Minister bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2014 am Freitag.

19.12.2014

Die Landesregierung will den sächsischen Breiten- und Nachwuchssport in den nächsten beiden Jahren mit mehr als 39 Millionen Euro fördern. „Jeder Euro für den Sport ist ein gut investierter Euro in die Gesundheit der Menschen und das Fairplay in unserer Gesellschaft“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Freitag.

19.12.2014

Bundespräsident Joachim Gauck kommt im Februar zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens vor 70 Jahren in die sächsische Landeshauptstadt. Der oberste Repräsentant der Bundesrepublik wird in der Frauenkirche sprechen und sich in die Menschenkette einreihen, die am Abend das Stadtzentrum umschließt.

17.12.2014