Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Knapp 500 Dresdner protestieren gegen umstrittenes Blockierer-Urteil

Knapp 500 Dresdner protestieren gegen umstrittenes Blockierer-Urteil

Knapp 500 Dresdner haben am Freitagabend mit einer Demonstration durch die Innenstadt gegen das Urteil im Blockierer-Prozess gegen den Berliner Tim H. protestiert.

Voriger Artikel
Leichtes Erdbeben erschüttert Raum Altenburg - Keine Schäden
Nächster Artikel
Kinderlandkarte für Sachsen erweitert und erneut aufgelegt

Knapp 500 Dresdner haben am Freitagabend gegen das umsstrittene Urteil gegen Tim H. proteitiert.

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. Unter dem Motto "Solidarität mit Tim" zogen sie vom Postplatz bis zum Amtsgericht, wo der 36-Jährige am Mittwoch wegen seiner Beteiligung an den Nazi-Blockaden vom 19. Februar 2011 zu 22 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden war.

"Wir lassen nicht zu, dass Antifaschismus kriminalisiert wird. Wir alle sind Tim!", sagte Silvio Lang, Sprecher des Bündnisses Dresden-Nazifrei. "Wir alle haben gerufen 'nach vorn'". Lang und andere Redner kritisierten noch einmal das aus ihrer Sicht zu harte und politisch motivierte Urteil.

php9abe85ca8c201301181953.jpg

Dresden. Knapp 500 Dresdner haben am Freitagabend mit einer Demonstration durch die Innenstadt gegen das Urteil im Blockierer-Prozess gegen den Berliner Tim H. protestiert. Unter dem Motto "Solidarität mit Tim" zogen sie vom Postplatz bis zum Amtsgericht, wo der 36-Jährige am Mittwoch wegen seiner Beteiligung an den Nazi-Blockaden vom 19. Februar 2011 zu 22 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden war.

Zur Bildergalerie

Das Gericht unter dem Vorsitz von Hans Hlavka hatte es als erwiesen angesehen, dass der Angeklagte an dem Tag in der Dresdner Südvorstadt mit einem Megafon zum Durchbrechen einer Polizeisperre aufgerufen und die Aktion koordiniert hätte. Bei den folgenden Auseinandersetzungen waren vier Polizisten verletzt worden, einer sei als „Nazischwein“ beschimpft worden.

Beweise konnte die Staatsanwaltschaft aber nicht vorlegen, ein Anwohner soll in der Verhandlung nicht bestätigt haben, dass es der Angeklagte war, der das Megafon genutzt hatte, auch Videoaufnahmen konnten keine Person einwandfrei identifizieren. Das Amtsgericht folgte trotzdem der Auffassung der Staatsanwaltschaft Dresden, H. sei durch seine Körpergröße und andere Indizien hinreichend identifiziert.

Neben dem Urteil an sich kritisierte Nazifrei-Sprecher Lang am Freitag auch dessen Begründung. Dresden habe Ausschreitungen im Februar "satt", damit müsse endlich "Schluss sein", so der Richter zu Prozessende. Lang kritisierte: Auch Dresden-Nazifrei sei ein Teil der Stadt. Die Äußerung Hlavkas sei anmaßend. „Es ist eine Frechheit des Richters, dass er in seiner Urteilsbegründung rein politisch argumentiert“, äußerte sich am Freitag auch Christian Demuth, Vorsitzender der Dresdner Initiative Bürger Courage. „Das ist nicht die verfassungsmäßige Aufgabe von Herrn Hlavka. Auch wir sind Dresdner Bürgerinnen und Bürger, und wir haben wie Zehntausende andere vor allem den immer wiederkehrenden Nazi-Aufmarsch satt. Dass er jetzt auch noch von einem Richter politisch instrumentalisiert wird, schlägt dem Fass den Boden aus.“

phpRCozaj20130118202918.jpg

Vom Postplatz zogen die knapp 500 Personen bis zum Amtsgericht am Sachsenplatz.

Quelle: Stephan Lohse

Auch zahlreiche Parteien und Institutionen kritisierten das Urteil „Scheinbar versucht die Dresdner Justiz friedlichen Protest zu kriminalisieren“, äußerten sich die Dresdner Piraten. „Es kann nicht sein, dass engagierte Bürger durch die Androhung von Strafe von ihrem Recht auf zivilen Ungehorsam abgehalten werden sollen.“

"Es gibt viele Gründe, Dresden zu mögen. Es gibt aber auch Augenblicke, in denen man sich dieser Stadt schämt", fand die in Dresden wohnende Linkspartei-Chefin Katja Kipping harte Worte.

Dresden-Nazifrei kündigte am Freitag an, sich trotz allem nicht einschüchtern zu lassen. "Wir werden auch 2013 Nazis blockieren", gab sich das Bündnis kämpferisch.

sl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitteldeutschland
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr