Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Knapp zwei Drittel im Freistaat sagen: Es ist mir wichtig, ein Sachse zu sein
Region Mitteldeutschland Knapp zwei Drittel im Freistaat sagen: Es ist mir wichtig, ein Sachse zu sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:28 13.09.2018
Das Heimatgefühl ist den Sachsen wichtig, wie hier am 8. September 2018 beim Tag der Sachsen in Torgau. Quelle: Sebastian Willnow/dpa/
Anzeige
Leipzig

Für knapp zwei Drittel (58 Prozent) der Bürger im Freistaat ist es wichtig (24 Prozent) bis sehr wichtig (34 Prozent), ein Sachse zu sein. Dabei hat diese Identität für die Älteren noch deutlich mehr Gewicht als für die Jüngeren. So sagen 69 Prozent der über 50-Jährigen, dass die Identifikation mit ihrer Heimat für sie wichtig bis sehr wichtig ist, aber nur 37 Prozent der 18- bis 29-Jährigen.

Diejenigen, für die der Stolz, Sachse zu sein, keine Rolle spielt, sind absolut in der Minderheit. Nur für etwa jeden sechsten Wähler (16 Prozent) im Freistaat ist es unwichtig, ob er nun Sachse, Berliner oder Hesse ist. Das sagt wiederum jeder Dritte zwischen 18 und 29 Jahren, aber nur jeder Zehnte der über 50-Jährigen.

Georgenheit und Dialekt – alles ist Heimat

Das ergab eine große Umfrage der Leipziger Volkszeitung zur Stimmungslage in Sachsen ein Jahr vor der Landtagswahl. Dafür befragte das Leipziger Meinungsforschungsinstitut Uniqma vom 20. bis 28. August 703 repräsentativ ausgewählte Bürger ab 18 Jahre aus ganz Sachsen. Dabei wurden die Befragten unter anderem gebeten, auf einer Skala von eins (sehr wichtig) bis sechs (völlig unwichtig) zu bewerten, wie bedeutsam es für sie ist, ein Sachse zu sein. Die Ergebnisse belegen klar, dass das Heimatgefühl, hier zu Hause zu sein, Geborgenheit zu spüren, Menschen um sich zu haben, die man kennt, eine vertraute Gegend zu erleben, für die Sachsen elementar ist. Dazu gehört auch der gewohnte sächsische Dialekt, bei dem alles breit gezogen wird und die weichen die harten Konsonanten besiegen, der Kuchen eben „Guuchen“ heißt, und der in bundesdeutschen Beliebtheitsumfragen immer ganz hinten rangiert.

Für AfD-Wähler ist die Identität, Sachse zu sein, besonders wichtig

Für ein Drittel ist diese Heimatverbundenheit sehr wichtig (Note eins), darunter sind besonders viele AfD-Wähler (49 Prozent), aber auch 41 Prozent der Wähler der SPD und 33 Prozent der CDU, aber nur 16 Prozent der Grünen. Zählt man die Befragten dazu, die eine Note zwei geben, was auch für ein starkes Heimatgefühl spricht, so ergibt die Summe die besagte große Mehrheit mit starker Identifikation. Die Addition der Noten eins und zwei bekräftigt auch, dass AfD-Wähler die stärkste Verbundenheit fühlen, stolz sind, Sachsen zu sein. Drei Viertel von ihnen (76 Prozent) ordnen sich bei eins und zwei ein. Es folgen die Wähler der SPD mit 61 Prozent, der CDU mit 56 Prozent, der FDP mit 50 Prozent, der Linken mit 44 Prozent und der Grünen mit 30 Prozent.

Umfrage: Wie wichtig ist Ihnen Identität als Sachse? (Grafik: Patrick Moye)

Eine weitere große Gruppe sind mit 18 Prozent diejenigen, die sich in der vorderen Mitte einordnen, bei Ziffer drei. Auch ihnen ist die Identität, Sachse zu sein, relativ wichtig. Weitere fünf Prozent, die sich bei vier sehen, zählen auch noch zum Mittelfeld. Das ergibt insgesamt eine große landsmannschaftliche Verbundenheit.

Am unwichtigsten ist Heimatverbundenheit für Wähler der Grünen

Am unwichtigsten ist die Identität, Sachse zu sein, für die Wähler der Grünen: Für fast jeden Zweiten von ihnen (47 Prozent) spielt sie keine Rolle. Bei der AfD sagen das nur sechs Prozent, bei der CDU 16 Prozent. Männer und Frauen unterscheiden sich kaum in ihren Urteilen. Für 56 Prozent der Männer ist es wichtig, Sachse zu sein, und für 60 Prozent der Frauen. Auffälliger sind die Unterschiede beim Bildungsgrad. Während es für zwei Drittel derer mit dem Abschluss 8. Klasse, Mittel- oder Oberschule, wichtig ist, Sachse zu sein, sagt dies von den Befragten mit Abitur nur die Hälfte.

Von Anita Kecke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Sozialpsychologe Oliver Decker (49), der aus dem Rheinland kommt und seit 1997 an der Universität Leipzig arbeitet, erklärt, woher der große Sachsenstolz kommt, den viele Befragte in der LVZ-Umfrage angaben, und welche Gefahren damit verbunden sein können.

13.09.2018

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Frank Kupfer, ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. „Ich leide seit langer Zeit an einer Depression“, sagte Kupfer am Donnerstag im sächsischen Landtag. Als Nachfolger schlug Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zusammen mit Kupfer den früheren sächsischen Justizminister Geert Mackenroth vor. Der Fraktionschef soll am 25. September neu gewählt werden.

13.09.2018

Im zugespitzten Konflikt beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NGH) sieht die IG Metall im Verkauf des Unternehmens die einzige Möglichkeit für einen Neuanfang. Das Vertrauen zwischen Management, Kunden und Belegschaft sei schwer belastet, so die Gewerkschaft.

13.09.2018
Anzeige