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Mitteldeutschland Kneipensterben in Sachsen und Sachsen-Anhalt: Jeder vierte Schankbetrieb seit 2001 geschlossen
Region Mitteldeutschland Kneipensterben in Sachsen und Sachsen-Anhalt: Jeder vierte Schankbetrieb seit 2001 geschlossen
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17:03 08.04.2012
Jede vierte Kneipe hat seit 2001 in Sachsen zugemacht. Quelle: dpa
Dresden

Wie die Zeitung berichtet, sank die Zahl der Kneipen im Freistaat seit der Jahrtausendwende um 27,8 Prozent auf 1111 Schankwirtschaften im Jahr 2010.

Laut Experten liegt die Ursache im Bevölkerungsrückgang auf dem Land, Mobilitätszuwachs, Veränderungen von Arbeitswelt und Freizeitverhalten sowie an der Konkurrenz durch Vereinsheime. Laut dem Bericht machten die sächsischen Kneipen zuletzt rund 131 Millionen Euro Umsatz.

Noch akuter ist das Kneipensterben in Sachsen-Anhalt. Dort hat zwischen 2001 und 2010 hat etwa ein Drittel der Schankbetriebe geschlossen. Die Zahl der Kneipen sank landesweit seit 2001 um 33,4 Prozent auf 744 im Jahr 2010. Ihnen wird ein Umsatz von 84 Millionen Euro bescheinigt.

Deutschlandweit musste jedes vierte Wirtshaus dicht machen, berichtet die Zeitung. Demnach sank die Zahl seit 2001 von fast 48.000 auf 36.000 im Jahr 2010.

Besonders stark vom Kneipensterben betroffen waren laut Bericht Hamburg (-48,1 Prozent) und Niedersachsen (-41,2 Prozent). Lediglich in Berlin (+95,8 Prozent) und Baden-Württemberg (+15,3 Prozent) habe es einen Anstieg in dem Zeitraum gegeben.

2011 hätten die zuletzt arg gebeutelten Wirte und Hoteliers in Deutschland allerdings ihr Geschäft stark ausbauen können. Die Branchenumsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr nominal um 3,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt im Februar mitgeteilt hatte. Der Gesamtumsatz lag bei knapp 60 Milliarden Euro.

Auch in Kneipen und Restaurants wurde mehr Geld umgesetzt als im Vorjahr - das hatte es nominal zuletzt 2001 gegeben, dem Jahr vor der Euro-Einführung. Anschließend gingen die Umsätze kräftig in den Keller: Die Gäste blieben aus, weil sie den Wirten bei der Umrechnung in Euro verdeckte Preiserhöhungen vorwarfen. Seitdem ging es stetig bergab.

dpa

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