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Mitteldeutschland Koalition denkt über Impfpflicht gegen Masern nach – Spahn: „Verweigerer sind egoistisch“
Region Mitteldeutschland Koalition denkt über Impfpflicht gegen Masern nach – Spahn: „Verweigerer sind egoistisch“
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17:05 22.02.2015
Impfbuch checken: Weil Kinder erst ab dem elften Lebensmonat gegen Masern geimpft werden können, ist es wichtig, dass die Eltern immun sind. Quelle: Bodo Marks
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Berlin

Wer seinem Kind den Impfschutz verweigere, gefährde nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere.

Nach dem Ausbruch wurden in Sachsen in der vergangenen Woche 24 Fälle gemeldet. Schwerpunkt war dabei Leipzig. Der Chefarzt der Kinderklinik am St. Georg-Krankenhaus, Prof. Dr. Michael Borte, sieht als Ursache des aktuellen Masern-Ausbruchs in Leipzig die sinkende Impfmoral in Sachsen. Der Freistaat sei inzwischen deutschlandweit das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 80 Prozent, sagte der Experte gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Der Maßstab dafür sei, wie viele Kinder zur Schuleingangsuntersuchung alle beide Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln haben. Angestrebt sind 95 Prozent, so das Mitglied der Sächsischen Impfkommission. Meist fehle die Zweitimpfung.

Noch dramatischer als im Freistaat war die Ansteckungsrate in Berlin. Dort wurden seit Oktober 530 Fälle gemeldet. Das waren nach Angaben der Zeitung mehr als bundesweit im gesamten vergangenen Jahr. „Ich rate dringend dazu, den eigenen Impfstatus überprüfen zu lassen und die empfohlenen Impfungen nachzuholen“, sagte Gröhe. Sie seien sicher und würden von der Krankenkasse bezahlt. Mit dem geplanten Präventionsgesetz wird künftig festgeschrieben, dass vor einer Kita-Aufnahme die Eltern eine ärztliche Impfberatung nachweisen müssen. Doch was, wenn das nicht hilft?

  // Beitrag von LVZ-Online.

Gesundheitspolitiker der schwarz-roten Koalition drohten schon mit der mittelfristigen Einführung einer Impfpflicht. Jens Spahn (CDU) sagte der Zeitung, Impfverweigerer seien egoistisch, weil sie sich darauf verließen, dass andere zur Impfung gingen und dann schon nichts passiere. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach sagte, wenn die Impfbereitschaft nicht steige, „muss eine Impfpflicht für Kleinkinder der nächste Schritt sein“.

Gegenwind gibt es aus der Opposition. Die Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche sprach sich in der „Saarbrücker Zeitung“ (Montagsausgabe) gegen eine Impfpflicht aus. „Impfzwang kann nicht die richtige Antwort sein“, sagte sie. Stattdessen führen der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen zufolge Transparenz und Aufklärung zu guten Impfraten.

Die Menschen müssten „offen und ehrlich über Vorteile und Risiken informiert“ werden, erklärte Schulz-Asche. Wenn Impfempfehlungen über den Verdacht wirtschaftlicher Interessen erhaben seien, steige auch die Impfbereitschaft. Dem stimmte auch der Linken-Politiker Harald Weinberg zu. Das Selbstbestimmungsrecht der Eltern müsse weiter gelten, sagte der Gesundheitsexperte der Linksfraktion.

Sachsen lehnt die allgemeine Impfpflicht ebenfalls ab. Dies sei ein sehr starker Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und sollte nur bei Erkrankungen mit sehr hoher Todesfall-Rate gelten, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Dresden. (mit dpa)

A.K./nöß/mro

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