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Mitteldeutschland Kretschmer will „mehr miteinander als übereinander reden“
Region Mitteldeutschland Kretschmer will „mehr miteinander als übereinander reden“
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19:48 16.01.2018
Will Politik "mit Sachsen und nicht für Sachsen machen": Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Quelle: dpa
Dresden

Auf Einladung der Technischen Universität Dresden hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Rahmen des Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) am Dienstagabend vor rund 500 Zuhörern im Hörsaalzentrum der Universität über den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen gesprochen. Die im Jahr 2015 begonnene Zuwanderungswelle nannte er dabei „einen Stresstest für die Demokratie, den wir bestanden haben aber der noch nicht vorbei ist“. Im Umgang mit populistischen Meinungen betonte Kretschmer immer wieder, dass Kommunikation und die Auseinandersetzung politisch Andersdenkender gerade in Sachsen von hoher Bedeutung sei: „In den kommenden Jahren müssen wir vor allem mehr miteinander als übereinander sprechen. Ich will Politik mit Sachsen und nicht für Sachsen machen.“

Nach Grußworten von Professor Dr. Hans Vorländer, Direktor des neu gegründeten Forums und Lehrstuhlinhaber für Politische Theorie an der TU Dresden, Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator sowie dem Kanzler der TU Dresden, Dr. Andreas Handschuh, hielt Kretschmer einen Vortrag mit dem Titel „Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen? Vom demokratischen Umgang mit Migration und Populismus.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bei seinem Vortrag zum Thema „Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen?" in der TU Dresden. Quelle: Aaron Wörz

In dem mit Studierenden prall gefüllten Hörsaal diskutierte der Regierungschef mit den anwesenden Zuhörern über umfassende Themen wie die Zukunft der Europäischen Union, Migration in Deutschland und die Berichterstattung der deutschen Presse in den vergangenen Jahren. Mit Blick auf die Zukunft der Europäischen Union und die politische Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Mitgliedsstaaten sieht Kretschmer besonders Sachsen als direktes Nachbarland zu Tschechien und Polen in der Pflicht, bestehende Meinungsunterschiede im Dialog zu überwinden.

Auf Nachfragen aus dem Publikum zum Thema Familiennachzug von Geflüchteten oder möglichem Behördenversagen im Zusammenhang mit Integration wich Kretschmer konkreten Antworten jedoch aus und hielt sich an seine Parteilinie. Seiner Auffassung nach steht es weiterhin außer Frage, dass die Europäische Union nicht unbegrenzt Asylsuchende aus Nachbarkontinenten aufnehmen kann. Gleichzeitig erhielt der Nachfolger von Stanislaw Tillich Zustimmung aus dem Publikum, als er dennoch untermauerte, dass der Freistaat Sachen in Zukunft Zuwanderung benötigt, um den momentan vorherrschenden Lebensstandard langfristig zu erhalten.

Aaron Wörz

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