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Mitteldeutschland Kretschmer würdigt Leipziger Holocaust-Überlebenden
Region Mitteldeutschland Kretschmer würdigt Leipziger Holocaust-Überlebenden
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21:21 11.09.2018
Ministerpräsident Kretschmer (Mitte) und die Ausgezeichneten bei der Verleihung im Dresdner Residenzschloss. Quelle: Matthias Rietschel/dpa
Leipzig/Dresden

Rolf Isaacsohn (85), Ehrenvorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, ist im Dresdner Residenzschloss mit dem sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ehrte am Dienstag den Holocaust-Überlebenden, der jungen Menschen über seine Erlebnisse berichtet, mit der höchsten Auszeichnung des Freistaates. Isaacsohn sei immer wieder „mahnend den wieder erstarkenden antisemitischen Stimmungen und Tendenzen entgegengetreten“, so Kretschmer.

Als Fünfjähriger erlebte Isaacsohn die nationalsozialistische Gewalt gegen die Juden. Es war der 10. November 1938, als beim November-Pogrom die Hauptsynagoge in der Gottschedstraße brannte und Leipziger Juden ins Flussbett der Parthe getrieben worden waren. Am 10. Februar 1945 befahl die Gestapo die letzte Deportation aus Leipzig. Vier Tage später waren Vater und Sohn Isaacsohn im Transportzug in das Konzentrationslager Theresienstadt. Beide überlebten.

Von 2000 bis 2004 führte Rolf Isaacsohn als Vorsitzender die jüdische Gemeinde, organisierte die Sanierung der Synagoge, den Ausbau des Ariowitsch-Hauses zum Gemeindezentrum. Immer wieder trifft Isaacsohn auf Antisemitismus und tritt diesem offensiv entgegen. Als einer der wenigen noch lebenden Holocaust-Überlebenden ist er nach wie vor ein gefragter Gesprächspartner.

Insgesamt 17 Ehrungen

Neben Isaacsohn ehrte Ministerpräsident Kretschmer 16 weitere Frauen und Männer, darunter auch der Holocaust-Überlebende Felix Kolmer (96) aus Prag. Er zeige, dass Versöhnung möglich sei trotz schrecklicher Erlebnisse, sagte Kretschmer. Außerdem ausgezeichnet wurden Angelika Meeth-Milbradt, die Frau von Ex-Regierungschef Georg Milbradt (CDU), und zwei Polen, die sich um die Denkmalpflege in Sachsen verdient gemacht haben. Der Verdienstorden wurde 1996 gestiftet und 1997 erstmals vergeben, aktuell gibt es nun 319 Träger.

Mathias Orbeck/dpa/ThTh

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