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Mitteldeutschland Lage am Arbeitsmarkt in Sachsen bleibt stabil - Knapp 235.000 Menschen ohne Job
Region Mitteldeutschland Lage am Arbeitsmarkt in Sachsen bleibt stabil - Knapp 235.000 Menschen ohne Job
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21:57 31.01.2012
Sachsens Arbeitsmarkt erweist sich weiter als stabil. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Chemnitz

Vor allem in der Baubranche ging witterungsbedingt die Zahl der Außenarbeiten zurück - auch wenn der Winter bislang vergleichsweise mild war.

„Blendet man die saisonalen Einflüsse aus, bleibt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr unverändert positiv“, urteilte die sächsische Regionaldirektion in Chemnitz. Behördenchefin Jutta Cordt verwies darauf, dass saisonbereinigt 213.000 Menschen ohne Job seien und damit noch einmal 3000 weniger als im Dezember und sogar 29.000 weniger als im Januar 2011.

Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 12,4 Prozent, damals waren knapp 265.000 Menschen arbeitslos gemeldet - und damit etwa 30.000 mehr als jetzt. Ab September 2011 blieb die Quote Monat für Monat im einstelligen Bereich - was es zuvor zuletzt im Sommer 1991 gegeben hatte. Im Dezember waren es immer noch nur 9,8 Prozent - obwohl es mit 208.000 Arbeitslosen bereits 7000 mehr als im November gegeben hatte.

Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Sachsen hielt unterdessen an: Sie lag im November - das ist der Monat, für den die aktuellste Berechnung vorliegt - bei 1,464 Millionen Menschen. Das waren 26 600 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Damit seien die Verluste der Wirtschaftskrise aufgeholt und das damalige Niveau sogar übertroffen worden, hieß es.

Von den 7200 allein im Januar gemeldeten freien Stellen stammten die meisten aus Zeitarbeit, Verarbeitendem Gewerbe und dem Gesundheits- und Sozialwesen, hieß es weiter. Das anhaltende Niveau bei der Nachfrage nach Arbeitskräften stimmt Cordt optimistisch: Mit 17 500 Jobs seien derzeit fast 2000 mehr im Angebot als vor einem Jahr. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) sieht darin die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Ein Kabinettsbeschluss vom Dienstag erlaubt nach seinen Angaben künftig auch die Förderung am Bedarf der sächsischen Wirtschaft orientierter Qualifizierungsmaßnahmen von Arbeitslosen mit Weitervermittlung in Unternehmen mit Personalbedarf.

Anders als die Arbeitsagentur hält Sachsens DGB den Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar nicht nur für saisonal bedingt. Beigetragen dazu hätten auch die Kürzungen des Bundes bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. „Selbst bei Weiterbildungen gab es zum Jahreswechsel einen deutlichen Rückgang“, kritisierte DGB-Vize Markus Schlimbach. Er verwies zudem darauf, dass allein zur Aufstockung von Niedriglöhnen in Sachsen jährlich 206 Millionen Euro an Steuermitteln aufgewendet werden müssen. Insgesamt würden nach DGB-Berechnungen sogar 790 Millionen Euro zur Subventionierung von Niedriglohnjobs ausgegeben. „Arm trotz Arbeit ist in Sachsen ein ernstes Problem, das uns teuer zu stehen kommt“, warnte der Arbeitsmarktexperte.

dpa

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