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Mitteldeutschland Land erteilt erstmals Genehmigung: Sachsen will Problemwolf abschießen
Region Mitteldeutschland Land erteilt erstmals Genehmigung: Sachsen will Problemwolf abschießen
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17:26 19.01.2017
Sachsen will erstmals einen Wolf abschießen lassen, der ohne Scheu in Rietschener Ortsteilen auftauchte. (Symbolfoto)   Quelle: dpa
Leipzig

Sachsen hat am Donnerstag die Genehmigung erteilt, einen seit Tagen bei Rietschen (Landkreis Görlitz) vagabundierenden Wolf zu schießen. Das teilte das Umweltministerium in Dresden mit. Es ist das erste Mal, dass im Freistaat ein solcher Problemwolf "entnommen" wird, wie es im Fachdeutsch heißt.

Der Wolf, der offenbar von einem polnischen Rudel abstammt, war in den vergangenen Wochen immer wieder in verschiedenen Rietschener Ortsteilen auf Futtersuche gesichtet worden. Durch Informationsaustausch mit polnischen Wissenschaftlern wurde bekannt, dass das Tier bereits als Welpe von Menschen gefüttert worden war. Nach der Untersuchung von Genproben stellte sich außerdem heraus, dass es sich um den gleichen Wolf handelt, der 2016 in Rothenburg (Landkreis Görlitz)die Schwarte eines frisch erlegten Wildschweins von einem Grundstück holte.

Wegen des auffälligen Verhaltens des Wolfes bestehe die Gefahr einer weiteren Eskalation, teilte das Ministerium mit. Wörtlich: "Die Sicherheit von Menschen hat Vorrang vor dem Artenschutz. Daher ist in diesem speziellen Fall eine Entnahme gerechtfertigt." Die gesetzlichen Grundlagen dafür seien im „Managementplan für den Wolf in Sachsen“ festgeschrieben.

Laut Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" wurden dem Freistaat Sachsen im vergangenen Jahr 71 Fälle an Übergriffen auf Nutztiere beziehungsweise Gatterwild gemeldet. In 44 Fällen war der Wolf als Verursacher wahrscheinlich oder nicht auszuschließen. Dabei wurden insgesamt 219 Tiere getötet, 15 sind vermisst und 14 verletzt. Zwei Fälle sind noch in Bearbeitung.

Dass das Tier nun ausgerechnet nahe des Kontaktbüros erlegt wird, nannte ein Ministeriumssprecher eine "Ironie des Schicksals".

Erst im Dezember hatte das Land Brandenburg dem Landkreis Havelland die Genehmigung zum Abschuss eines Problemwolfes erteilt. Er war durch den Garten einer Kita in Rathenow gelaufen und hatte sich dabei auch einem Kind genähert. Das Tier ist allerdings seither verschwunden.

Auf Bundesebene war zuletzt Streit über das Thema ausgebrochen. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich dabei für eine „begrenzte Abschussfreigabe“ aus. Dagegen hält Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die bestehende Rechtslage für ausreichend.

Von Roland Herold

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