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Lebensgefahr beim Chemiepraktikum?

Lebensgefahr beim Chemiepraktikum?

Eine noch unbekannte Menge des hochgiftigen Gases Arsenwasserstoff ist vermutlich am Donnerstagabend im Chemieneubau der TU ausgetreten. Einem Studenten wurde schlecht, er habe Knoblauchgeruch wahrgenommen, berichtete TU-Rektor Professor Hans Müller-Steinhagen.

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Feuerwehrleute hocken am Donnerstagabe am Chemiebau der Technischen Universität Dresden (TUD) in einem Dekontaminierungs-Container.

Quelle: dpa

Das Gebäude wurde evakuiert, rund 100 Personen kamen zur Beobachtung in Dresdner Krankenhäuser und Kliniken in der Region.

An Hand von Proben aus dem betroffenen Raum soll nun geprüft werden, ob tatsächlich das Gas freigesetzt wurde, das auch zu den militärischen Kampfstoffen gehört. Die Polizei sucht parallel dazu nach der Ursache für den Unfall.

Wie konnte das passieren?

In einem Raum des Chemie-Neubaus an der Ecke Bergstraße/Mommsenstraße fand ein Praktikum mit 65 Studenten statt. Dieses Praktikum gehört zur Grundausbildung, berichtete Michael Ruck, Professor für Anorganische Chemie. Dabei entstehe „eine winzige Menge“ Arsenwasserstoff bei einem Standardversuch, so wenig, dass man das Gas eigentlich gar nicht wahrnehmen könne. Es werde keine Chemikalienmenge verwendet, bei der gefährlich große Mengen dieses Gases entstehen könnten.

Was ist das für ein Gas?

Arsenwasserstoff ist ein farbloses, nicht reizendes Gas, das knoblauchartig riecht. Früher wurde es als militärischer Kampfstoff verwendet, heute wird es vor allem bei der Akkuherstellung und in der Halbleiterindustrie gebraucht, erklärt das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus Dortmund die Chemikalie.  Wird es von Menschen eingeatmet, drohen Nierenschäden bis hin zu „akutem Nierenversagen“, heißt es weiter. Auch andere innere Organe könnte geschädigt werden. Erste Symptome seien Übelkeit und Erbrechen, Lungenschäden und Leberschäden sind auch möglich.

Was wurde für die Betroffenen getan?

Der Neubau der Chemiker-Fakultät wurde komplett geräumt. Alle Betroffenen wurden im Hörsaalzentrum untergebracht. Die Studenten, Betreuer und Fakultätsmitarbeiter, die unmittelbar in Kontakt mit dem Gas gekommen sein könnten, kamen in Krankenhäuser. Sie sollen einen Tag lang dort bleiben und dabei beobachtet werden, denn die Wirkung des Gases, das auch unter dem Namen Arsin bekannt ist, könnte auch erst Stunden nach dem Kontakt eintreten.

Was passierte mit den nicht unmittelbar Betroffenen?

Sie mussten ihre persönlichen Daten hinterlassen. Der Rettungsdienst hat diese Daten aufgenommen. Wird ihnen übel oder schwindelig, sollen sie sofort den Notarzt anrufen und zugleich mitteilen, dass sie auch im Unigebäude waren, als sich der mutmaßliche Unfall ereignet hat.

Von Marleen Hollenbach und Christoph Springer

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