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Leipzig ist Hochburg der Fahrraddiebe in Sachsen - vor allem Studentenviertel betroffen

Leipzig ist Hochburg der Fahrraddiebe in Sachsen - vor allem Studentenviertel betroffen

Geknackte Schlösser, ein einsames Vorderrad - nicht selten ist das alles, was Fahrradbesitzern bleibt, wenn sie ihren Drahtesel öffentlich abstellen. In Sachsen steigt die Zahl der gestohlenen Fahrräder.

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In Sachsen steigt die Zahl der gestohlenen Fahrräder. Besonders oft verschwinden Drahtesel in den Städten - allen voran Leipzig und Dresden.

Quelle: dpa

Leipzig. Besonders oft verschwinden Drahtesel in den Städten - allen voran Leipzig und Dresden.

Insgesamt verbuchte die Polizei im Freistaat im vergangenen Jahr 15 221 Delikte - im Vergleich zu 2010 ein Plus von 1321 Fällen (9,5 Prozent). „Wo viele Räder abgestellt sind, werden auch viele entwendet“, erklärte der Sprecher des sächsischen Innenministeriums, Frank Wend. Betroffen seien vor allem von Studenten bewohnte Stadtviertel sowie Innenstädte, Bahnhöfe und der gesamte Uni-Campus.

Rund 3350 Räder wechselten im Vorjahr in der Landeshauptstadt unfreiwillig den Besitzer. Damit verschwanden 23,5 Prozent mehr Räder als noch 2010. Auch Leipzig verzeichnete 2011 mit 4574 Fällen etwa 11,3 Prozent mehr Diebstähle als im Jahr zuvor. Lediglich in Chemnitz sank die Zahl der Delikte binnen Jahresfrist um 2,4 Prozent auf 653. Seit 2009 steigt die Zahl der Fahrraddiebstähle im Land wieder an - bleibt allerdings immer noch unter dem Niveau von vor zehn Jahren. 2002 wurden im Freistaat noch mehr als 20 000 Räder gestohlen.

Fahrradregistrierung als Abschreckung - 61.000 Räder in Leipzig codiert

„Langfingern sollte es so schwer wie möglich gemacht werden“, rät Christian Schulze von der Polizei Leipzig. Radfahrer sollten ihr Gefährt möglichst in beleuchteten Straßen abstellen, auf ein gutes Schloss achten und den Rahmen um einen festen Gegenstand schließen. Mit einem 2009 ins Leben gerufenen Pilotprojekt will Leipzig zudem Fahrraddiebe abschrecken: Besitzer können ihr Rad bei der Polizei oder bei verschiedenen Aktionen registrieren lassen - mit Fahrradpass und einem Aufkleber. Damit lässt sich das Fahrrad bei Verlust leichter wieder seinem Besitzer zuordnen. Mittlerweile kann der Fahrradpass auch als App aufs Handy geladen werden und ist damit jederzeit abrufbar.

Nach Polizeiangaben sind in der Messestadt mittlerweile mehr als 61 000 Räder registriert und in einer Datenbank erfasst. Auch in Dresden bietet die Verkehrswacht an, eine Codiernummer in den Rahmen zu fräsen - im Vorjahr machten allerdings nur rund 340 Radbesitzer davon Gebrauch.

Nur jeder neunte Diebstahl wird aufgeklärt

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Die Leipziger Polizei beim Registrieren eines Fahrrads. Bei Verlust lässt sich das Rad so leichter wieder seinem Besitzer zuordnen.

Quelle: André Kempner

Nach Erfahrung der Ermittler sind es weniger Banden, die in großem Stil zuschlagen, sondern vielmehr Gelegenheitsdiebe. „Es könnte sich auch um Beschaffungskriminalität handeln“, erklärte Christian Schulze. Nur selten müssen die Diebe allerdings mit Konsequenzen rechnen. 2011 konnte nur in jedem neunten gemeldeten Fall ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Damit gehört der Fahrraddiebstahl zu den Straftaten mit der geringsten Aufklärungsquote.

„Damit sind wir sehr unzufrieden“, kritisierte Ulrich Patzer, Verkehrssicherheitsbeauftragter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Sachsen. Die Polizei müsste offensiver vorgehen und mehr kontrollieren, hieß es. Dafür müsse allerdings jeder Besitzer seinen Drahtesel auch registrieren lassen. „Dann kann man sehen, ob das Rad auch demjenigen gehört, der darauf sitzt.“ Zudem kämpft der ADFC um mehr sichere Abstellmöglichkeiten in den Städten. Immer noch gebe es vielerorts die bei Radfahrern als „Felgenkiller“ verpönten Ständer. Nicht nur, weil sie schnell die Speichen kaputt machten, sondern weil man daran nur das Vorderrad - ohne Rahmen - anschließen kann.

Sicherer seien dagegen Stahlbügel. „Mittlerweile ist es etwa für Supermärkte auch ein Wettbewerbsvorteil, wenn man sein Rad ordentlich abstellen kann“, sagte Patzer. Immerhin wachse die Zahl der Radler vor allem in den sächsischen Großstädten. Und noch eine Faustregel empfiehlt der Sicherheitsexperte: Das Schloss sollte etwa zehn Prozent des Fahrrads kosten. Viele kauften sich ein teures Rad, sparten aber an der falschen Stelle - „und wundern sich dann, wenn es weg ist.“

Christiane Raatz, dpa

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