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Mitteldeutschland Leipziger Montagsdemos mit Deutschem Nationalpreis geehrt
Region Mitteldeutschland Leipziger Montagsdemos mit Deutschem Nationalpreis geehrt
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17:55 24.06.2014
Jochen Läßig, Katharina Köhler (für ihren Vater, Pfarrer Christian Führer), Pfarrer Christoph Wonneberger und Bürgerrechtler Uwe Schwabe (von links) nahmen am Dienstag in Berlin den Deutschen Nationalpreises entgegen. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Preis würdige Menschen, „deren revolutionärer Mut und deren Gewaltverzicht den Einsturz des DDR-Regimes und den Fall der Mauer bewirkten“, teilte die von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gegründete Stiftung am Dienstag mit. Unter den Gästen bei der Verleihung in Berlin waren der frühere Bundespräsident Horst Köhler und der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Stellvertretend für den erkrankten Pfarrer Führer nahm dessen Tochter Katharina Köhler den Preis entgegen.

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Akteure der Leipziger Montagsdemos sind in Berlin mit dem Nationalpreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung ging an die Leipziger Pfarrer Christian Führer und Christoph Wonneberger, Bürgerrechtler Uwe Schwabe und das Archiv Bürgerbewegung Leipzig.

Die Friedensgebete und die Leipziger Demonstrationen gehören zu den Schlüsselereignissen vor dem Mauerfall am 9. November 1989. Schwabe (52) hatte sich in der untergehenden DDR für Umweltschutz und Menschenrechte engagiert. Führer (71) öffnete damals die Leipziger Nikolaikirche für Friedensgebete und Gesprächskreise. Die Kirche war ein Ausgangspunkt für die Montagsdemos. Wonneberger (70) ist Initiator der Friedensgebete, die von vielen Gemeinden in der DDR übernommen wurden. Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig wurde 1991 gegründet. Es sammelt im Haus der Demokratie beispielsweise Zeugnisse der DDR-Opposition sowie illegal oder unter dem Dach der Kirche entstandene Untergrundliteratur und Veröffentlichungen.

In der Laudatio erzählte der Theologe Richard Schröder von der wechselvollen Geschichte der Gebete und der Demos. „Es war berechtigt, die Friedensgebete so zu gestalten, dass sie nicht verboten wurden“, sagte Schröder, der Vorstandsvorsitzende der Nationalstiftung ist. Er erinnerte an einen Trick, den Pfarrer Führer damals nutzte, damit die DDR-Oberen nicht mit ihren Leute die Nikolaikirche füllten: Er ließ die Emporen sperren, damit die später kommenden „Werktätigen“ Platz fanden. Bei den Demos wurden die Slogans „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt“ berühmt. Aber es gab auch noch andere Parolen, wie Schröder beschrieb: „Egon, reiß die Mauer ein, denn wir brauchen jeden Stein“, „Privilegierte aller Länder, beseitigt euch“ oder „SED - das tut weh“. Der Deutsche Nationalpreis wird seit 1997 verliehen. Die Deutsche Nationalstiftung mit Sitz in Hamburg will damit Menschen und Institutionen würdigen, die sich für die deutsche Einheit und für die Stärkung der Rolle Deutschlands in Europa verdient gemacht haben.

dpa

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