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Mitteldeutschland Leipziger Weltklimarat-Gutachter kritisiert sächsische Landesregierung
Region Mitteldeutschland Leipziger Weltklimarat-Gutachter kritisiert sächsische Landesregierung
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18:03 09.10.2018
Der Leipziger Gutachter des Weltklimarat-Berichts, Felix Ekardt, hat der sächsischen Landesregierung ein Hinhalten beim Klimaschutz vorgeworfen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Ein Leipziger Gutachter des Weltklimarat-Berichts hat der sächsischen Landesregierung ein Hinhalten beim Klimaschutz vorgeworfen. „Sachsen steht beim Klimaschutz auf der Bremse“, sagte der Wissenschaftler Felix Ekardt am Dienstag.

Nach der Veröffentlichung des Klimarat-Berichts am Montag forderten auch die Grünen von der Landesregierung einen stärkeren Einsatz für den Klimaschutz. Das Wirtschaftsministerium in Dresden verwies unterdessen auf die laufende Arbeit der Braunkohlekommission.

Leipziger Nachhaltigkeitsforscher fordert Handeln des Freistaats

Ekardt, Leipziger Nachhaltigkeitsforscher und Vorsitzender des Bundes für Naturschutz Deutschland in Sachsen (BUND), war einer von tausenden Forschern, die einen Kommentar für den Bericht des UN-Gremiums geschrieben hatten. Speziell für Sachsen fordert der 46-Jährige konsequentere Einschnitte bei der Energiegewinnung durch Braunkohle. „Es ist schon eine Frage, ob man als Landesregierung den Ausbau der Grube Nochten genehmigen muss.“

Gleichzeitig betote Ekardt: „Rein auf Landesebene kann man nicht komplett die Energieträger wechseln.“ Nach der Veröffentlichung des Berichts des Weltklimarats wünscht er sich deshalb von der Landesregierung in Dresden, Druck auf die Bundesregierung und auf EU-Ebene auszuüben. „Die rechtsverbindliche 1,5-Grad-Grenze aus dem Paris-Abkommen zwingt auch in der EU zu null fossilen Brennstoffen in 20 Jahren.“

Ministerium verweist auf Kohlekommission

Die Grünen warfen der Landesregierung vor, sich „vor der Realität zu verstecken“. Ihr Landesvorstandssprecher Norman Volger erklärte, das Land brauche „ein wirksames Klimaschutzgesetz“. Dieses müsse unter anderem den Ausstieg aus der Braunkohle, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Senkung des Flächenverbrauchs in Sachsen vorsehen. „Wenn die Welt nicht noch weiter aus den Fugen geraten soll, müssen wir jetzt anfangen, etwas zu ändern, bevor es komplett zu spät ist.“

Das Wirtschaftsministerium verwies auf die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission. Wichtig sei, dass bei Energiefragen Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und die Bezahlbarkeit von Strom gleichermaßen betrachtet würden, sagte ein Sprecher. Insbesondere wegen des Atomausstiegs müssten Energieträger aus Kohle und Gas auf absehbare Zeit eine wichtige Rolle im Energiemix spielen.

Appell der Wissenschaftler ist ein Weckruf

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hatte am Montag in einem Sonderbericht rasches Handeln gefordert, um die Erderwärmung zu begrenzen. Der Appell der Wissenschaftler war weltweit als „Weckruf“ gewertet worden. Die Autoren des Berichts hatten angemahnt, dass eine Erderwärmung um zwei Grad die Lebensgrundlagen für Hunderte Millionen Menschen stark bedrohen würde.

Von LVZ/dpa

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