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Lenin ist wieder da: Tonnenschwerer Kopf aus Granit ausgebuddelt

Nach 24 Jahren Lenin ist wieder da: Tonnenschwerer Kopf aus Granit ausgebuddelt

Einst beherrschte das Lenin-Denkmal den nach ihm benannten Platz in Berlin-Friedrichshain. Dann fiel die Mauer und kurz nach ihr auch die Statue. Lenin landete unter der Erde. Nun fand zumindest der Kopf den Weg ins Museum.

Arbeiter einer Spezialfirma sichern in einem Waldstück am Müggelsee in Berlin den an einem Kran hängenden Kopf der Lenin-Statue.

Quelle: dpa

Berlin. Nach knapp zweieinhalb Jahrzehnten und fast endlosen Debatten hat der vergrabene Berliner Lenin-Kopf aus Granit eine neue Heimat gefunden. Am Donnerstag kam der 1,70 Meter hohe und 3900 Kilogramm schwere Schädel in der Zitadelle in Berlin-Spandau an. Dort soll er Kern einer Ausstellung zu Berliner Denkmälern werden.

Ein Kran hatte am Donnerstagmorgen den Erdhügel in einem Wald am südöstlichen Stadtrand, in dem das rötliche Steinhaupt des russischen Revolutionärs vergraben war, freigelegt. Ein LKW brachte den Kopf dann nach Spandau ganz im Westen. Dort wurde der schwere Brocken mit einem Gabelstapler abgeladen und auf Paletten im Innenhof gelagert. Der gut erhaltene Kopf lag seitlich auf der rechten Gesichtshälfte - der eigentlich in die ferne schweifende Blick Lenins endete nach kurzer Distanz.

Der Kultur-Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) sprach von einem „Highlight“. Skulpturen seien Teil der Geschichte und damit auch Zeitzeugen. „Sie sollten deshalb nicht zerstört werden.“

Die Dauerausstellung soll im nächsten Frühjahr eröffnet werden. Die Museumsleiterin Andrea Theissen sagte: „Interessant sind die Brüche in der deutschen Geschichte. Das soll mit der Ausstellung zu den Denkmälern gezeigt werden.“ Die heroisch anmutende Lenin-Statue war 1991 in knapp 130 Teile zerlegt und am Stadtrand eingegraben worden. Nur der Kopf wurde jetzt wieder ausgegraben, die anderen Teile sollen im Boden bleiben.

Das 19 Meter hohe Denkmal, geschaffen vom sowjetischen Bildhauer Nikolai Tomski, wurde 1970 in Ost-Berlin enthüllt. Bekannt wurde der Fall des Denkmals aus Ost-Berlin nach dem Mauerfall mit dem Film „Good Bye, Lenin!“. In der Tragikomödie war zu sehen, wie die nachgebaute Statue von Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) davonschwebte - ein Symbol für den Untergang der DDR. Lenins führende Rolle beim Staatsterror der frühen Sowjetunion, bei dem Hunderttausende Menschen umgebracht wurden, wurde viele Jahre wenig beachtet.

LVZ

Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin 52.540052 13.212436
Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin
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