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Mitteldeutschland Werner Kießling nach einer Woche: „Dieses Paket überzeugt mich nicht“
Region Mitteldeutschland Werner Kießling nach einer Woche: „Dieses Paket überzeugt mich nicht“
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23:59 07.12.2018
LVZ-Testfahrer Werner Kießling hat seinen VW Passat Hybrid in der Stadt und auf der Autobahn ausprobiert. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Die Woche als LVZ-Autotester hat bei Werner Kießling alle Pläne durcheinander geworfen. Denn der Passat GTE musste als erstes zweieinhalb Tage in die Werkstatt – wegen Problemen mit der Kühlflüssigkeit. Dafür konnte der Markranstädter den Wagen dann außerplanmäßig übers Wochenende behalten.

Reichweite reicht nicht

In der Auswertung vergibt der Markranstädter die Noten zwei bis drei, „für den Gesamteindruck des Fahrzeuges“. Im Detail wird der Rentner kritischer. Als erstes hätte er sich eine gründliche Einweisung gewünscht, um mehr über die Möglichkeiten des Hybridfahrzeugs zu wissen und sie besser ausnutzen zu können. Da es diese Einweisung nicht gab, versuchte er, selbst alles auszuprobieren. Ergebnis: Mit voll aufgeladenem Akku kam Kießling im Elektroantrieb nicht einmal 30 Kilometer weit (angekündigt waren 50), dann war der Akku leer und der Verbrennungsmotor schaltete sich ein.

Kein Einspareffekt

„Das Zusammenspiel, wie ein Hybrid funktioniert, habe ich erkannt. Aber über den Verbrauch bin ich verwundert“, sagt der Techniker und ehemalige kaufmännische Leiter. Sein weitester Ausflug ging nach Franzensbad in Böhmen (419 Kilometer gesamt), ansonsten fuhr Kießling auf den Gänsemarkt nach Mutzschen (129 Kilometer) und einige kürzere Touren in der Stadt. Beim Benzinverbrauch registrierte er einen Durchschnitt von rund neun Litern pro 100 Kilometer.

Zum Strom-Auftanken benutzte er seine Haushaltsteckdose, da es in Markranstädt keine öffentlichen Ladestationen gibt. „Einen Kilometer elektrisch zu fahren wäre zwar theoretisch preiswerter als einen Kilometer mit Verbrennungsmotor. Aber da der Wagen die Reichweite von 50 Kilometern elektrisch nicht schafft, und da die Benzinpreise in dieser Woche gerade merklich gefallen sind, hatte ich keinen Einspareffekt.“

Zu viele bunte Anzeigen

Was Kießling noch irritiert hat, waren die „gefühlt 177 Zeiger, Balken und sonstigen bunten Anzeigenelemente, grün, blau, rot, weiß, grau, dick oder dünn.“ Sie tragen bei ihm nicht zur sicheren Fahrzeugführung bei. „Die sollten von technischen Experten einmal kritisch unter die Lupe genommen werden, ebenso wie der Spurassistent.“ Vielleicht sei Volkswagen insgesamt auf einem zu komplizierten Weg, mutmaßt er.

Dieses Paket überzeugt nicht

Nun ist der Autotester der LVZ gespannt, was die neun anderen Plug-in-Hybrid-Tester berichten. Er fände es sinnvoll, wenn es einen großen Erfahrungsaustausch gäbe. Die Hybrid-Technologie an sich, die einen Elektromotor mit einem ganz normalen Benzin-Verbrennungsmotor koppelt, hat sich für ihn nach der Probe-Woche nicht erledigt: „Gerade jetzt bin ich angestachelt! Mit zwei Bekannten, die einen Hybrid fahren, und mit meiner Werkstatt werde ich mich noch einmal ausführlich unterhalten, warum man so ein Fahrzeug kauft und was es für Effekte bringt.“ Das Reindenken in moderne Technologien, das Bewusstsein für umweltgerechtes Verhalten machen dem Markranstädter Spaß, „und da geht auch kein Weg dran vorbei.“ Deshalb bedauert er, dass der Test für ihn persönlich nicht überzeugender ausgefallen ist. Kaufen würde er dieses Paket jedenfalls nicht.

Von Kerstin Decker

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