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Mitteldeutschland Linke sieht Sachsen vom Bahn-Fernverkehr abgehängt
Region Mitteldeutschland Linke sieht Sachsen vom Bahn-Fernverkehr abgehängt
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08:26 27.04.2017
Die Linke befürchtet, dass Sachsen vom Bahn-Fernverkehr abgehängt wird. Quelle: dpa
Berlin/Dresden - 

Mit ihrer Verkehrspolitik sorgt die schwarz-rote Bundesregierung nach Ansicht der Linken dafür, dass Sachsen verkehrsmäßig abgehängt bleibt. Für die Anbindung sächsischer Städte an den Bahn-Fernverkehr habe Berlin „keinen Plan und auch keine Motivation“, sagte die Bautzener Bundestagsabgeordnete Caren Lay der Deutschen Presse-Agentur. Das zeige die Beantwortung zweier von ihr im Zeitraum von sieben Jahren gestellten Kleinen Anfragen. Bei 18 der insgesamt 40 Fragen verweise die Bundesregierung lediglich auf die sieben Jahre alte Antworten. Lay sprach von einem „Offenbarungseid“.

Was wird aus Dresden-Berlin?

Sie bemängelte, dass bis heute keine Aussagen zu Kosten und Datum der Fertigstellung der Fernverbindung Dresden-Berlin getroffen würden. Außerdem habe die Bundesregierung keinen Einfluss auf den Wegfall des Fernverkehr-Haltepunktes Dresden-Neustadt genommen.

Auch die längst zwischen Deutschland und Polen verabredete Elektrifizierung der Strecke Dresden-Wroclaw (Breslau) hake auf deutscher Seite. Während die Strecke in Polen schon überwiegend fertig sei, berufe sich die Bundesregierung darauf, dass in dem 14 Jahre alten Abkommen keine Frist vereinbart wurde.

Keine Perspektive für Chemnitz

Wann Chemnitz wieder an den Fernverkehr angebunden wird, sei der Bundesregierung ebenfalls nicht bekannt. „Statt mehr Verkehr auf die Schiene zu holen, bleibt Sachsen abgehängt“, konstatierte die stellvertretene Linke-Bundesvorsitzende. Damit würden auch die ohnehin schon bedrohten Waggonbau-Standorte in Sachsen gefährdet. Der Landesregierung warf sie vor, „das Thema Bahn schleifen“ zu lassen.

So habe die CDU/SPD-Koalition in Dresden zur Verschärfung beigetragen, indem sie sich mehrfach beim Bundesverkehrswegeplan gegen eine Priorisierung der Projekte entschieden habe „und stattdessen immer alles ohne festgelegte Rangfolge einreichte“. Das räche sich nun. „Bahnreisende aus und nach Sachsen brauchen Zeit, Geduld und leider immer noch viel zu häufig doch besser ein Auto.“

Von LVZ