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Mitteldeutschland Verfassungsschutz: Neonazis auf dem Weg zu rechten Demos in Chemnitz
Region Mitteldeutschland Verfassungsschutz: Neonazis auf dem Weg zu rechten Demos in Chemnitz
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19:40 31.08.2018
In den vergangenen Tagen demonstrierten mehrfach rechte Initiativen in Chemnitz. Quelle: dpa
Chemnizt

Am Samstag werden sich in Chemnitz erneut rechte und linke Proteste gegenüberstehen. Das ausländerfeindliche Bündnis Pegida ruft gemeinsam mit der AfD ab 17 Uhr zu einem Schweigemarsch auf. Unter anderem haben die drei Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz (Brandenburg), Jörg Urban (Sachsen) und Björn Höcke (Thüringen) ihr Kommen angekündigt. Die geplante Route verläuft von der Theaterstraße über die Brückenstraße, die Bahnhofstraße, den Falkeplatz zurück zur Theaterstraße. Angemeldet sind 500 bis 1000 Teilnehmer.

Bereits um 16 Uhr versammelt sich unter dem Motto „Sachsen steht auf!“ erneut die rechtspopulistische Bewegung „Pro Chemnitz“ vor dem Karl-Marx-Monument. Sie will mit 1000 Teilnehmern auf folgender Route demonstrieren: Karl-Marx-Kopf über die Theaterstraße – Bahnhofstraße – Brückenstraße. Zudem sind mehrere Einzelkundgebungen geplant.

Nach Informationen mehrerer Landesämter für Verfassungsschutz mobilisieren gewaltbereite Rechtsextreme und Neonazis für Sonnabend erneut über de Landesgrenzen Sachsens hinaus, um in Chemnitz zu demonstrieren. "Wir gehen von einer starken Teilnahme am Schweigemarsch aus", sagte Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer dem RND.

Breiter Gegenprotest

Derweil mobilisieren verschiedene antirassistische Initiativen für einen breiten Gegenprotest. Bereits ab 10.30 Uhr kommen Samstag am Roten Turm die Friedensgruppen Chemnitz für einen Zug durch die Innenstadt zusammen. Auf dieser Route ist der Zug unterwegs: Roter Turm – Straße der Nationen – Brückenstraße – Bahnhofstraße – Falkeplatz – Theaterstraße – Am Wall – Roter Turm. 100 Teilnehmer wurden angemeldet.

Ab 15 Uhr ruft dann das Bündnis „Chemnitz nazifrei“ unter dem Motto „Herz statt Hetze“ zu einer Demonstration an der Johanniskirche auf. Auch die Initiative „Leipzig nimmt Platz“ organisiert für Teilnehmer aus der Messestadt eine gemeinsame Anreise vom Hauptbahnhof. Die Band Madsen wird den mit 1000 Teilnehmern angekündigten Protest musikalisch unterstützen.

Noch am Donnerstag hatte „Chemnitz nazifrei“ auf Aktionen bei der „Pro Chemnitz“-Demo verzichtet, weil das Bündnis nach Erfahrungen der vorangegangenen

Nazi-Ausschreitungen nach Todesfall

In der Nacht zum Sonntag war bei einem Messerangriff auf dem Chemnitzer Stadtfest ein Mann ums Leben gekommen. Die Stadt erlebte in der Folge unruhige Tage. Gewaltbereite Nazis, Hooligans und rechte Kampfsportler beteiligten sich an Ausschreitungen und Angriffen auf Menschen mit vermeintlichem Migrationshintergrund. Am Sonntag, Montag und Donnerstag zogen rechte Demonstrationen durch die Stadt.

Von anzi

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