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Mitteldeutschland Medienbericht: NSU-Terroristin Beate Zschäpe wird nach Chemnitz überstellt
Region Mitteldeutschland Medienbericht: NSU-Terroristin Beate Zschäpe wird nach Chemnitz überstellt
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11:57 04.12.2018
Beate Zschäpe im Gerichtssaal in München (Archivfoto). Quelle: dpa
Leipzig

Die rechtsextreme Terroristin Beate Zschäpe zieht es offenbar nach Sachsen zurück. Wie die Chemnitzer Freie Presse am Dienstag mit Verweis auf Justizkreise berichtet, soll die 43-Jährige im Januar aus der Frauenanstalt des Münchner Gefängnisses Stadelheim in das Frauengefängnis nach Chemnitz überstellt werden. Eine offizielle Bestätigung für den geplanten Transfer gibt es bisher nicht. Allerdings sagte Jörg Herold, Sprecher des Sächsischen Justizministeriums, gegenüber der LVZ: „Wir stehen in Kontakt mit dem Bayrischen Justizministerium. Bisher gibt es aber noch keine konkrete Anfrage oder einen konkreten Termin.“

Bereits zu Beginn des insgesamt 430 Tage dauernden Prozesses in München gegen Zschäpe hatte sie den Wunsch geäußert, in ihre Heimat nach Jena überstellt zu werden – um ihrer Großmutter näher zu sein. 2016 war die Großmutter dann gestorben. Sollte das im Juli in München gesprochene Urteil rechtskräftig werden, ist ohnehin eine Überstellung vom Prozessort in ein anderes Gefängnis vorgesehen. Die JVA in Chemnitz ist die zentrale Frauenvollzugsanstalt für Thüringen und Sachsen und käme damit als einzige in Mitteldeutschland in Frage.

Mehrere Verstecke und NSU-Raubüberfälle in Chemnitz

Nachdem Zschäpe 1998 zusammen mit ihren Mitstreitern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt als Terrorgruppe Nationalsozialistische Untergrund (NSU) untergetaucht waren, lebten sie unter anderem auch in verschiedenen Verstecken in Sachsen –darunter in der Chemnitzer Plattenbau-Siedlung „Fritz Heckert“ und in anderen Stadtteilen.

Vor allem in Chemnitz konnten die rechtsextremen Terroristen damals auf ein weit verzweigten Netzwerk von Unterstützern zurückgreifen, die ihnen unter anderem auch eine Waffe besorgten. In der Zeit zwischen 2000 und 2007 ermordete der NSU zehn Menschen, verübte 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle. Allein acht der Raubüberfälle wurden auf Banken in Chemnitz verübt.

2013 wurde eine Ermittlungsverfahren gegen die Chemnitzer Staatsanwaltschaft mit dem Verdacht geführt, dass mehrere Akten über einen Raubüberfall des NSU-Trios in der Stadt bereits 2006 vernichtet worden waren. Zwei Jahre später wurden die Recherchen eingestellt.

Von Matthias Puppe

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