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Mitteldeutschland Mehr Radtote in Sachsen: Fahrrad-Club fordert bessere Infrastruktur
Region Mitteldeutschland Mehr Radtote in Sachsen: Fahrrad-Club fordert bessere Infrastruktur
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10:49 11.04.2017
Der ADFC fordert bessere Bedingungen für Radfahrer in Sachsen. Quelle: dpa
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Dresden - 

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Sachsen hat mehr Sicherheit für Radfahrer und eine bessere Infrastruktur gefordert. Im Vorjahr wurden 26 Radfahrer tödlich verletzt, es waren neun Tote mehr als 2015.

Wegen unklarer Vorfahrtssituationen und Wegeführungen sowie abrupt endender Radwege seien besonders Kinder und ältere Radfahrer überfordert, sagte Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. „Wir brauchen eine stärkere Aufmerksamkeit für dieses Thema in der Verkehrsplanung und eine selbsterklärende Infrastruktur, die auch für kleine Kinder, Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie Menschen über 65 Jahre leicht und sicher benutzbar ist.“

Viele ältere Menschen betroffen

Laut jüngster Verkehrsstatistik waren im Vorjahr 15 der getöteten Radfahrer älter waren als 65 Jahre. Das stehe in keinem Verhältnis zur Fahrleistung dieser Altersgruppe und deute auf Mängel der Infrastruktur hin, urteilte der Verein. 2015 starben 17 Radfahrer. „Die Zahlen legen nahe, dass der Rückgang der getöteten Radfahrer in Sachsen 2015 offenbar nur ein statistischer Ausreißer war“, sagte Krause.

Insgesamt waren Radfahrer 2016 an 3971 Fällen mit Personenschäden und damit fast ebenso viel wie 2015 (3937) beteiligt. „Was die Verkehrssicherheit angeht, treten wir in Sachsen auf der Stelle“, konstatierte Krause.

Wie in Berlin: „Vision Zero“ starten

Berlin habe die „Vision Zero“, eine Initiative gegen Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr, zum Ziel der städtischen Verkehrsplanung erklärt. Der ADFC forderte für Sachsen ähnliche Initiativen. Krause: „Im Koalitionsvertrag haben CDU und SPD 2014 miteinander vereinbart, dass sie mehr für die Verkehrssicherheit tun wollen. Davon ist bisher nichts zu erkennen.“

Von LVZ

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