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Mitteldeutschland Mehr Todesopfer durch Verkehrsunfälle auf Sachsens Straßen
Region Mitteldeutschland Mehr Todesopfer durch Verkehrsunfälle auf Sachsens Straßen
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14:38 26.03.2012
Quelle: Stephan Lohse
Dresden

Die Zahl der Unfälle verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent. Damit liegt der Freistaat noch unterhalb des Bundestrends - hier lag der Rückgang bei 2,8 Prozent. 186 Menschen verloren auf sächsischen Straßen ihr Leben, 2010 waren es 168 - der bisherige Tiefstand im Freistaat.

Unter den Todesopfern des Jahres 2011 befinden sich auch vier Kinder. Am meisten sind junge Menschen gefährdet. Fast jeder sechste Getötete gehört der Altersgruppe der 18- bis unter 25-jährigen an. Hier spielt vor allem Raserei eine Rolle.

"Der Anstieg der Verkehrstoten in Sachsen um mehr als zehn Prozent ist besorgniserregend", teilte die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen, mit. „Warum Innenminister Ulbig vor diesem Hintergrund die Stellen bei der Verkehrspolizei um mehr als 40 Prozent reduzieren will, bleibt sein Geheimnis."

Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Rentner stieg laut Innenministerium im Jahresvergleich von 45 auf 49. Das Unfallrisiko der Generation „65 plus" sei aber vergleichsweise gering, hieß es. Laut Innenminister Markus Ulbig (CDU) würden ältere Fahrer aufkommende Defizite durch Erfahrung ausgleichen. Ulbig sieht keinen Anlass, für Rentner einen „Pflichtcheck" zur Fahrtauglichkeit einzuführen. Zugleich appellierte er an die Eigenverantwortung Betroffener, den Führerschein bei Problemen freiwillig abzugeben. „Die meisten Menschen gehen sehr verantwortungsvoll mit diesem Thema um", sagte Ulbig. Auch die Familienangehörigen würden dazu beitragen. Auch in Sachsen hatten zuletzt ältere Falschfahrer schwere Unfälle ausgelöst.

Bei den Unfallursachern geht es zumeist um Nichtbeachtung der Vorfahrt, zu schnelles Fahren und dichtes Auffahren. Obwohl die Unfälle unter Alkoholeinfluss in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgingen, stieg die Anzahl der Verunglückten 2011 auf 965 Betroffene an - knapp sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Grünen-Abgeordnete Jähnigen regte daraufhin eine erneute Diskussion über ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen an. „Aus unserer Sicht ist die hohe Zahl der Getöten und Verletzten durch Auffahrunfälle und nicht angepasste Geschwindigkeit ein hoher Preis für die Ideologie des unbegrenzten Schnellfahrens", sagte sie.

Eine gute Botschaft hatte Innenminister Ulbig am Ende doch noch zu verkünden. Poldi - das sächsische Polizeimaskottchen in Gestalt eines Dinosauriers - wird auch weiter alle Reformen überleben und behält sogar gegen den Trend die Farbe seiner Uniform: „Obwohl die Polizisten alle blau sind, wollen die Kinder Poldi grün sehen", sagte der Minister.

dpa / sl

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