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Mehr psychisch Kranke in Sachsen - Betreuung in Gefahr

Mehr psychisch Kranke in Sachsen - Betreuung in Gefahr

Die Krankenhausgesellschaft Sachsens schlägt Alarm. Sie befürchtet eine massive Verschlechterung der ambulanten Versorgung von psychiatrisch erkrankten Patienten im Freistaat.

Leipzig. Die 30 Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) in den sächsischen Krankenhäusern versorgen pro Jahr etwa 80 000 Patienten.

Die Zahl der in den PIA behandelten erkrankten Erwachsenen sei um 23 Prozent gestiegen, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Peter Oesch. In den kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilungen der Ambulanzen sei ein Anstieg von 20 Prozent zu verzeichnen. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vergleichszeitraum von 2007 auf 2008. Die Zunahme der psychischen Erkrankungen wie Demenz, Depressionen, Sucht und psychosomatische Störungen führt Professor Thomas Kallert, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie am Park-Krankenhaus Leipzig, einerseits auf die älter werdende Bevölkerung zurück und andererseits auf mangelnde soziale Integration.

Hintergrund der Besorgnis ist die derzeit laufende Neuverhandlung einer Vereinbarung von 2001 zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung, dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Versorgung von psychiatrischen Patienten.

Kallert befürchtet, dass durch eine Neuregelung der Zugang für psychisch kranke Menschen zu den Klinikambulanzen erschwert werde. Das, so Kallert, der auch Vorsitzender des Landesbeirats Psychiatrie Sachsen ist, würde besonders in ländlichen Regionen des Freistaats mangels niedergelassener Nervenärzte zum Einbruch der Versorgung dieser Patienten führen.

Auch Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) äußerte gegenüber der LVZ die Sorge, dass mit der Kündigung und Neuverhandlung des Vertrags "gravierende Einschränkungen in der psychiatrischen Versorgung verbunden sein werden". Ann Marini, Pressesprecherin des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen, bekräftigte gegenüber der LVZ: "Wir Krankenkassen wollen die Psychiatrischen Institutsambulanzen erhalten, weil wir sie als Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Versorgung für sehr wichtig halten." Es müsse aber genau definiert werden, welcher Patient wo versorgt werden sollte.

Anita Kecke

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