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Mitteldeutschland Mehrere Landkreise in Sachsen-Anhalt sollen zum MDV gehören
Region Mitteldeutschland Mehrere Landkreise in Sachsen-Anhalt sollen zum MDV gehören
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08:07 09.02.2018
Vom Leipziger City-Tunnel bis nach Wittenberg mit einem Ticket Quelle: Christian Modla
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Magdeburg

Pendeln mit der Bahn im Osten Sachsen-Anhalts wird unkomplizierter. Der Zugverkehr in Dessau-Roßlau sowie in den Kreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg wird in den Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) integriert. Wer von dort ab Dezember 2019 mit der Bahn in die Zentren Halle oder Leipzig fährt, braucht kein zweites Ticket, um vor Ort Bus und Straßenbahn benutzen zu können, wie Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) bei der Vorstellung der Pläne gestern in Magdeburg sagte.

MDV-Verantwortliche wollen mehr als 10.000 Pendler zum Umsteigen bewegen

Die Vereinfachung soll auch helfen, mehr Pendler zum Umstieg auf die Bahn zu motivieren. Der MDV habe sich zum Ziel gesetzt, zusätzlich mehr als 10.000 Menschen zum Umsteigen zu bewegen, sagte Geschäftsführer Steffen Lehmann. Das Potenzial sei groß. In den Regionen seien täglich rund 50.000 Menschen unterwegs – viele davon bislang allerdings mit dem Auto.

Die Erweiterung des Verbunds kostet die Betreiber aber zunächst einmal Geld. Rund 1,5 Millionen Euro müssen in Sachsen-Anhalt in die Umrüstung der Technik wie etwa der Fahrscheinautomaten gesteckt werden. Dazu kommen zunächst Einnahmeverluste, weil Fahrgäste in der Regel etwas weniger zahlen, wenn sie nur noch ein Ticket benötigen. Rüdiger Malter, Chef der Nahverkehrsgesellschaft Nasa, spricht von sogenannten Durchtarifierungsverlusten. Durch den Zugewinn an neuen Fahrgästen soll das aber mehr als ausgeglichen werden.

In Dessau-Roßlau gilt das MDV-Ticket nicht für Busse und die Straßenbahn

Wenig von der Erweiterung haben bislang Pendler, die in umgekehrte Richtung reisen. Sie können zwar zum Beispiel für eine Zugfahrt bis Dessau-Roßlau das Verbundticket nutzen, brauchen für Bus und Straßenbahn vor Ort aber weiterhin ein Extraticket. Der Grund: Der Nahverkehr wird von den Kommunen betrieben, die sich dem MDV bislang nicht angeschlossen haben. Sie fürchten für sich höhere Kosten, zudem müssten sie sich den Regeln des Verbunds unterwerfen.

Webel hält diese Argumente für unbegründet. Fahrgäste könnten von solchen Vereinheitlichungen nur profitieren. Ziel bleibe, eine vollständige Integration der Regionen in den MDV zu erreichen. Die Kommunen hätten bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, welche Vorteile ein Beitritt auch für sie bringen könnte.

Von Simon Ribnitzky

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