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Mitteldeutschland Messerstecherei in Thüringer Rockerszene
Region Mitteldeutschland Messerstecherei in Thüringer Rockerszene
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10:13 29.12.2009
Erfurt

Nach einer Operation sei das Opfer außer Lebensgefahr. Kurz nach der Attacke seien vier Verdächtige in Weimar festgenommen worden. Die inzwischen zuständige Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität in Gera machte am frühen Dienstagnachmittag noch keine näheren Angaben.

Derzeit würden Haftanträge gegen eine nicht genannte Zahl von Verdächtigen geprüft. Bis Mitternacht muss ein Haftrichter darüber entscheiden, da Festgenommene sonst automatisch auf freien Fuß kommen. Trost zufolge gehören zwei der Männer dem Motorradclub Bandidos an.

Nach Berichten von „Thüringischer Landeszeitung“ und „Thüringer Allgemeinen“ wurde der 38-Jährige auf dem Parkplatz eines Geschäfts für Motorradzubehör niedergestochen. In Weimar habe die Polizei später ein Auto gestoppt und die zwei Insassen festgenommen. Später seien zwei weitere Verdächtige in einem Kleintransporter angehalten worden. Die Ermittlungen habe das Landeskriminalamt übernommen. Noch am Abend hätten erste Verhöre begonnen, sagte Trost.

Die Bandidos Jena mit Sitz in Weimar beschäftigen Polizei und Justiz in Thüringen seit Monaten. Mehrere Mitglieder sitzen in Untersuchungshaft. Unter anderem ist ein „Bandido“ nach einer Messerattacke in Weimar wegen versuchten Mordes angeklagt. Bei einer Massenschlägerei vor einer Diskothek in Weimar soll er sein Opfer - dessen Verhältnis zu den Bandidos noch ungeklärt ist - schwer verletzt haben. In dem Verfahren werden Vorwürfe gegen insgesamt fünf Mitglieder der Gruppe erhoben - wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Beleidigung, Bedrohung, Nötigung und schwerer Körperverletzung. Gegen „Bandidos“ ermittelt wird auch im Zusammenhang mit einer Einbruchsserie.

Die kriminelle Rockerszene in Thüringen zählt nach Angaben des Innenministeriums rund 50 Anhänger. Die Hells Angels, die sich in vielen Teilen Deutschlands heftige Fehden mit den Bandidos liefern, sind in Erfurt erst seit kurzem aktiv. Ihre Zahl liege im niedrigen zweistelligen Bereich und sei noch niedriger als die der „Bandidos“, deren Reihen durch Haftstrafen und Untersuchungshaft dezimiert seien, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Nach früheren Angaben wurden den „Bandidos“ 2008 knapp 190 Straftaten in Thüringen zugerechnet.

Deutschlandweit hat sich die Feindschaft der Clubs verschärft, nachdem im August und Oktober zwei „Bandidos“-Mitglieder in Berlin und Duisburg ermordert wurden. Hinter den Auseinandersetzungen zwischen den Clubs vermuten Ermittler auch Machtkämpfe um Drogenhandel und Prostitution.

dpa

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