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Mitteldeutschland Milder Winter schuld: Allergiker leiden schon jetzt unter Pollenflug in Sachsen
Region Mitteldeutschland Milder Winter schuld: Allergiker leiden schon jetzt unter Pollenflug in Sachsen
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21:49 27.02.2015
Von Reiner Richter
In Mitteldeutschland bricht die Pollensaison an. (Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

Von Dezember bis Februar war es knapp zwei Grad wärmer als sonst. „Damit war es der viertwärmste Winter der letzten zehn Jahre", so Dominik Jung von Wetter.net. Schnee im Flachland blieb die Ausnahme, dafür gab es im Januar einen Mallorca-Winter mit Extremwerten von bis zu 20,5 Grad Celsius.

Auch wenn der Frühling in den nächsten Tagen eher einen Fehlstart hinlegt: Die Natur blüht schon jetzt auf. Besonders zeitig dran sind die Haselpollen, dicht gefolgt von Erlen. Auch Birkenpollen werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Regina Treudler, Leiterin des neuen Interdisziplinären Centrums für Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig, ist alarmiert: „Die Zahl der Betroffenen, die unter einer Allergie leiden, wächst". Sie schätzt, dass mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung von Heuschnupfen betroffen sind. „Die Saison geht jetzt richtig los. Je mehr Pollen fliegen, desto mehr Patienten kommen mit Beschwerden zum Arzt."

Verstärkt würden Betroffene zusätzlich zum allergischen Schnupfen unter sogenannten Kreuzallergien gegenüber Lebensmitteln leiden. Birkenpollen-Allergiker würden beispielsweise oftmals auch keine Äpfel und kein Soja vertragen.

Treudler weiß, dass sich viele Heuschnupfen-Geplagte in der Apotheke mit frei verkäuflichen Präparaten selbst versorgen. Die Oberärztin rät aber dringend dazu, sich frühzeitig einen ärztlichen Rat für eine moderne Therapie einzuholen. Mit einem Allergietest könne die richtige Diagnose gestellt werden. „Viele Patienten, die sich selbst versorgen, sind untertherapiert." Sie warnte, dass sich aus einem allergischen Schnupfen ein Asthma entwickeln könnte. „Es gibt sehr wirksame Medikamente und Behandlungen. Man muss nicht leiden."

Warum Allergien weiter zunehmen, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wahrscheinlich gibt es einen Zusammenhang mit unserer westlichen Lebensweise," so Treudler. Wenn alles sehr hygienisch ist, hat das Immunsystem weniger Möglichkeiten trainiert zu werden. Die Medizinerin erklärt: „Das Immunsystem sucht sich dann andere Gegner, wenn es nicht ausgelastet ist." Auch ein genetischer Hintergrund spiele wohl eine Rolle bei der Erkrankung. Es gebe aber auch Erwachsene, die erst im Alter von 50 bis 60 Jahren erstmals an einem Heuschnupfen leiden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28. Februar 2015

Romy Richter

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