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Militärhistorisches Museum zeigt Pferdeskelett aus Völkerschlacht bei Leipzig

Militärhistorisches Museum zeigt Pferdeskelett aus Völkerschlacht bei Leipzig

Hunderte Knochen, eine Kanonenkugel und ein gut erhaltener Kiefer - aus diesen Einzelteilen setzen Experten des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden derzeit das 200 Jahre alte Skelett eines Pferdes aus der Völkerschlacht bei Leipzig wieder zusammen.

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Ein Museumsmitarbeiter zeigt im Militärhistorischen Museum in Dresden auf ein Musketen-Projektil, dass auf dem Kieferknochen eines Skeletts eines verscharrten Pferdes aus der Völkerschlacht im Jahr 1813 liegt.

Quelle: dpa

Dresden. „Ein Glücksfall für unsere Ausstellung und ein Schlüsselexponat“, sagte Historiker und Kurator Gerhard Bauer am Mittwoch in Dresden.

Nur wenige Stücke seien so authentisch und würden ein Bild vom Schlachtfeld um 1813 vermitteln. In der neuen Schau „Blutige Romantik - 200 Jahre Befreiungskriege gegen Napoleon“ (6. September bis Januar 2014) soll die dramatische und gewaltgeprägte Epoche anhand von mehr als 500 Exponaten lebendig werden.

Faustgroße Kanonenkugel im Bauch

Das Skelett sei nicht vollständig, viele Knochen fehlten oder seien zerbrochen. „Dennoch soll das Pferd möglichst so hergerichtet werden, wie es auf dem Schlachtfeld verendet ist“, sagte Landesarchäologin Regina Smolnik - keine leichte Aufgabe bei rund 300 bis 500 Einzelteilen. Gefunden wurde das Tier mit einer faustgroßen Kanonenkugel im Bauch. „Daran ist es vermutlich verendet.“

Eine Musketenkugel im Unterkiefer lasse darauf schließen, dass der Soldat seinem Pferd den Gnadenschuss gegeben habe. Das Pferd sei ein kräftiges Warmblut gewesen und habe während der Schlacht als Zug- oder Lastenpferd gedient, sagte Smolnik. Historiker gehen davon aus, dass rund eine Million Pferde in den Befreiungskriegen zwischen 1806 bis 1813 starben.

Für die Ausstellung wird das Pferdeskelett in eine begehbare Bodenvitrine eingelassen. Die Überreste könnten laut Smolnik nicht auf das Jahr genau datiert werden - aber die typischen Verletzungen lassen auf das Kriegsgeschehen von 1813 schließen.

Die Knochen waren 2004 bei Straßenbauarbeiten im Leipziger Stadtteil Lindenthal gefunden worden. Die Gegend war einer der Nebenschauplätze der Völkerschlacht, bei der die Truppen Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens gegen Napoleon Bonaparte kämpften.

dpa

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