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Mitteldeutschland Ministerium: Weniger Angriffe auf Asylbewerber 2018 in Sachsen – Zahl bleibt hoch
Region Mitteldeutschland Ministerium: Weniger Angriffe auf Asylbewerber 2018 in Sachsen – Zahl bleibt hoch
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08:08 27.02.2019
Asylbewerber kommen in Deutschland an. (Symbolbild) Quelle: dpa
Dresden

Asylbewerber sind in Sachsen im Vorjahr nach vorläufigen Zahlen des Innenministeriums 289 Mal Ziel rechtsextremer Übergriffe gewesen. Damit ist die Anzahl der registrierten Fälle leicht zurückgegangen. 2017 wurden demnach 311 Attacken auf Asylbewerber registriert, ein Jahr zuvor waren es 314. Eine Sprecherin des Innenministeriums betonte, dass es sich um vorläufige Zahlen handele. Diese könnten sich angesichts laufender Ermittlungen noch ändern. Die endgültigen Zahlen sollen Ende März bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik präsentiert werden.

Weniger Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte

In die Statistik zur politisch motivierten Gewalt von rechts zählen etwa Brandstiftungen, Hakenkreuz-Schmierereien, körperliche Angriffe oder das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Zudem gab es von Januar bis Dezember 2018 in Sachsen 16 Angriffe oder Sachbeschädigungen auf Asylunterkünfte. Seit dem Höhepunkt 2016 ist die Zahl der Übergriffe auf Asylbewerber und Flüchtlingsunterkünfte rückläufig. 2016 wurden bundesweit noch rund 3500 Fälle registriert, im Jahr danach waren es 2200.

Hohes Risiko im Osten

Laut einer jüngst veröffentlichten Studie des Leibnitz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist für Asylsuchende in Ostdeutschland das Risiko, Opfer eines Hassverbrechens zu werden, zehn Mal so hoch wie in den westlichen Bundesländern. Für ihre Untersuchung hatten die Forscher 1155 Vorfälle aus den Jahren 2013 bis 2015 betrachtet. Damals war die Zahl der Angriffe pro 100 000 Einwohner mit 9,76 in der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bundesweit am höchsten.

Linken-Politikerin Juliane Nagel hatte kürzlich angesichts der nach wie vor hohen Zahl von Angriffen auf Geflüchtete mehr Engagement gegen Rassismus gefordert.

Von LVZ