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Mit französischer Technik: Opel-Werk Eisenach baut ab 2019 Gelände-Limousine

Harte Sanierung steht an Mit französischer Technik: Opel-Werk Eisenach baut ab 2019 Gelände-Limousine

Opel bekommt vom Peugeot-Konzern eine Roßkur verordnet. Zunächst soll auf betriebbedingte Kündigungen verzichtet werden. Technik und Motoren kommen künftig aus Frankreich. Auf dieser Basis wird in Eisenach ab 2019 eine neue Gelände-Limousine gefertigt.

Opel-Werk in Eisenach (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig/Rüsselsheim. Opel baut ab 2019 eine neue Geländelimousine in Eisenach. Der noch vom früheren Eigentümer General Motors entwickelte „Mokka“ werde durch einen Geländewagen auf Basis einer PSA-Plattform ersetzt, kündigte das von dem französischen PSA-Konzern übernommene Unternehmen am Donnerstag an. Bei seinem Neustart will Opel nach eigenen Angaben ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen auskommen. Die Lohnkosten sollen über Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit gesenkt werden.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßte die Ankündigung des neuen Modells für Eisenach. „Das ist zunächst einmal das Signal, dass PSA langfristig mit Eisenach plant“, sagte er laut einer Mitteilung seines Ministeriums in Erfurt. „Ob das hier produzierte Modell am Ende "Mokka" oder anders heißt - wichtig ist, dass es ein Erfolgsmodell wird und für die Auslastung des Werks sorgt.“

Es sei aber ein Wermutstropfen, dass es derzeit noch keine Angaben dazu gebe, um was für ein Modell es sich handele und es damit auch noch unklar sei, in welchem Umfang produziert werde. „Deshalb muss nun schnell Klarheit geschaffen und den Beschäftigten auch ein großes Stück der Unsicherheit genommen werden, die sie nun schon seit einigen Monaten begleitet“, betonte Tiefensee. In Eisenach bauen derzeit rund 1800 Beschäftigte die Kleinwagenmodelle Corsa und Adam.

Kostenreduzierung dürfe nicht allein durch Personal getragen werden

Vorsichtig optimistisch sieht Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Zukunft von Opel Eisenach. „Der Schritt heute ist eine Chance für Eisenach. Das Werk muss mit konzentrierter Kraftanstrengung zum Produktionsstandort für die nächste Generation des modernen energieeffizienten Fahrzeugbaus umgebaut werden“, sagte er während eines Besuches in Eisenach. Jetzt müssten alle Beteiligten - die Konzernführung und die Arbeitnehmervertretung - an einen Tisch und die Rahmenbedingungen für die Anpassungsprozesse aushandeln.

Die Kostenreduzierung dürfe nicht allein durch das Personal getragen werden, mahnte Ramelow. „Auch ein französisches Unternehmen muss wissen, dass Veränderungsprozesse, die schmerzlich sind, nur gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung möglich sind“, sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Gleichzeitig nannte er Veränderungen bei Opel „dringend notwendig“. Die Modellplattformen des früheren Eigentümers General Motors würden dem europäischen Markt nicht gerecht. „Opel braucht moderne Plattformen für seine Autos.“ Sie sollten auch den Einsatz von Elektroantrieben ermöglichen.

Opel soll elektrisch werden - mit französischer Technologie

Der neue Opel-Chef Michael Lohscheller kündigte genau das nun an. Es seien Elektrovarianten für jede Baureihe vorgesehen, erklärte er. Im Jahr 2020 will Opel mit PSA-Technologie bereits vier Elektromodelle inklusive des neuen Corsa auf dem Markt haben und vier Jahre später jedes Modell auch in einer E-Variante anbieten.

„Das sind hervorragende Aussagen für Thüringen, die zugleich zeigen, dass Opel Eisenach für den Industriestandort Thüringen steht“, kommentierte die Vorsitzende der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Susanne Hennig-Wellsow, die Ankündigungen aus Rüsselsheim. Mit der Fertigung des SUV seien Standort und Arbeitsplätze langfristig gesichert.

dpa

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